Feuer im Busdepot in Bottrop – Brandstiftung wohl ausgeschlossen
27.12.2011 | 16:23 Uhr 2011-12-27T16:23:00+0100
Bottrop. Der verheerende Großbrand in einem Busdepot der Vestischen Straßenbahnen in Bottrop ist offenbar auf einen technischen Defekt zurückzuführen, so die erste Erkenntnis eines Brandsachverständigen. Der Busbetrieb der Vestischen verlief nach Angaben eines Sprechers am Dienstag reibungslos.
Noch gibt sich die Polizei in Recklinghausen etwas zurückhaltend: „Brandstiftung können wir als Ursache wahrscheinlich ausschließlich“, sagt Sprecher Michael Franz. Am Dienstag hatten sich ein Brandsachverständiger und Brandermittler das ausgebrannte Busdepot der Vestischen Straßenbahnen angesehen, nachdem ein Statiker das Betreten für gefahrlos erklärt hatte: Offenbar habe ein technischer Defekt den Großbrand ausgelöst. Worin der konkret bestanden habe, werde in weiteren Untersuchungen geklärt.
„An den Bussen wird es nicht scheitern“
Der Betrieb der Vestischen Straßenbahnen sei trotz der Zerstörung über eines Viertels der Fahrzeugflotte „völlig normal“ gelaufen, so Sprecher Reimund Kreutzberg, der von keinen Verzögerungen oder Ausfällen berichtet. Noch kann die Vestische den Verkehr mit eigenen Reserve-Bussen, die im Regelbetrieb für die Schul-Stoßzeiten eingesetzt werden, vom Stammsitz in Herten stemmen. Unterdessen laufen die Vorbereitungen für die Zeit nach den Ferien, wenn die Kapazitäten steigen, auf Hochtouren. Kreutzberg ist zuversichtlich: „Wir haben ja noch anderthalb Wochen Zeit.“ Über das weitere Vorgehen wird die Vestische beraten, am Mittwoch folgt die nächste Krisensitzung. Noch steht das Angebot im Raum, Fahrzeuge bei benachbarten Verkehrsunternehmen auszuleihen: „An den Bussen wird es nicht scheitern.“
Bei dem Feuer in den frühen Morgenstunden des ersten Weihnachtsfeiertags waren 68 Busse des Unternehmens zerstört worden .Weitere Fahrzeuge, die vor der Halle standen, beschädigt. Der Sachschaden beträgt nach Schätzungen 17 Millionen Euro. Die Gebäude am Busdepot müssen komplett abgerissen werden, so das Ergebnis eines Ortstermins mit Vertretern der Vestischen am Dienstag.
07:19
zu #5 von Dr.Bluesky "Feuer ist schnell, die einzige Lösung wäre eine CO2 Löschanlage, aber dann darf keine Person sich aufhalten ( erstickungsgefahr). "
Im Prinzip haben Sie Recht.
Prinzipbedungt sind Fahrzeughallen jedoch nicht luftdicht abgeschlossen - dort herrscht in der Regel Durchzug bis zum Abwinken, so daß die Verdrängung des für ein Feuer wichtigen Sauerstoffs mittels CO2 nicht so einfach funktioniert wie gedacht.
Zu #4 von Papageiengeplapper: "Ein Brand bricht ohne Beschleuniger nicht einfach von selbst grossflächig aus."
Bevor Sie so etwas schreiben, sollten Sie sich besser informieren. Ein Bus, der im Motorraum zu brennen beginnt, wird innerhalb kürzester! Zeit vollständig in Flammen stehen. Der Betriebsstoff "Diesel" tut nach dem schmelzen der Kraftstoffleitungen das, wozu er da ist: er brennt und beschleunigt den Brand, auch die Reifen brennen wie Zunder - siehe Zeitungsbericht über angesteckte Fahrzeuge in Berlin (in einem hatte der Reporter sogar mal geschrieben, wie die Chaoten Fahrzeuge in Brand setzen, promt gab es noch mehr Fahrzeugbrände).
In Bushallen stehen die Busse meist in knappem Abstand (50cm) hintereinander, so dass der 2. Bus meist schon brennt, wenn der erste erst halb in Flammen steht. Dazu der Durchzug mit immer neuer Atemluft, das ist fast wie in einem Hochofen.
"Im Sinne eines vorbeugenden Brandschutzes müssen auch genug handbetriebene Schaumlöscher (die für die Brandklassen A, B und C gleichermassen geeignet sind) vorhanden sein"
In jedem Bus sind Feuerlöscher drin, und in den Hallen meistens an jedem Eingang/Notausgang noch mal welche.
Das einzige, was in diesem Falle geholfen hätte, wäre ein schnelles wegfahren der noch nicht brennenden Busse gewesen - haben Sie rechtzeitig ca. 40 bis 50 Fahrer zur Hand, die im Wissen um die schnelle Brandausbreitung in Kamikaze-Manier in die Halle sprinten, die Busse starten und durch das Öffnen der Tore noch mehr Sauerstoff in die Halle bringen? Bis die Busse gestartet und fahrbereit sind, können durchaus 5 Minuten je Bus vergehen... und dann bekommen Sie möglicherweise die Automatiktore gar nicht auf...
Würden Sie selbst in eine brennende Halle rennen, um einen ersetzbaren Gegenstand zu retten?
Sogar die Feuerwehr würde dort zur Rettung der Sachgegenstände nicht mehr reingehen, höchstens noch um Menschen aus der Halle zu holen. Und Feuerwehrleute sind Brandschutz- und Brandbekämpfungsexperten.
Lässt man also das Stammtischgerede weg, gibt es nur die Möglichkeiten, die in Bottrop ins Auge gefasst wurden: Übergreifen des Brandes auf andere Hallen verhindern, versuchen, den Brand zu löschen und freuen, wenn man nach dem löschen keine verbrannten Menschen findet.
Das ist die Realität.
22:46
Wenn nur ein Bus anfängt zu brennen, steigt die Hitze in geschlossenen Räumen, so hoch das es sich in ein paar Minuten so ausdehnt, das eine Sprinkleranlage oder selbst ein Brandmelder nichts nutzt. Hier entstehen in kurzer zeit solche feuerwalzen, da gibts für dir Feuerwehr nichts mehr zu löschen, wenn die kommt. Leider ist sowas Teuer, aber selbst wenn ein Wachmann alle 30 Minuten gucken geht, wird bis zum eintreffen der Feuerwehr alles lichterloh brennen. Feuer ist schnell, die einzigste lösung wäre eine CO2 löschanlage, aber dann darf keine Person sich aufhalten ( erstickungsgefahr). So wird es wieder aufgebaut und Fertig.
22:03
Ich wundere mich, dass solch ein Feuer unbemerkt von der Vestischen ausbrechen kann. Auch an Feiertagen müssen Busse fahren, gewartet werden und somit Personal anwesend sein. Im Sinne eines vorbeugenden Brandschutzes müssen auch genug handbetriebene Schaumlöscher (die für die Brandklassen A, B und C gleichermassen geeignet sind) vorhanden sein - warum hat also keiner etwas bemerkt oder getan ? Ein Brand bricht ohne Beschleuniger nicht einfach von selbst grossflächig aus. Das sieht mir sehr nach grober Fahrlässigkeit der Vestischen aus. Aber warten wir mal die Untersuchungen ab...
20:09
Das ein so grosses und für die Infrastruktur so wichtiges Objekt mit so hohen Wertekonzentrationen nicht durch eine Brandmeldeanlage überwacht und geschützt wird, ist der eigentliche Skandal. Wenn Nachbarn durch Explosionsgeräusche und Feuerschein aufmerksam gemacht die Feuerwehr rufen, dann ist in der Regel alles längst zu spät.
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Und so etwas passiert in Innovation - City.
19:50
Ich zitiere mich aus einem anderen Thread:
"Was Sie bei einem Brand von verschiedensten Kunststoffen, Gummireifen und hunderten Liter Dieselöl mit einer Sprinkleranlage ausrichten wollen, weiß sicherlich kein Brandsachverständiger. Sprinkler löschen mit Wasser, bei Gummireifen, Kunststoffen und Dieselöl hilft nur Schaum oder Löschpulver, also genau das, was nicht aus dem Sprinkler kommt, sondern von der Feuerwehr mitgebracht wird."
Da Brandstiftung wohl auszuschliessen ist, kann man von einer punktuellen Brandenstehung ausgehen und genau dafür sind Sprinkleranlagen (inklusive Brandmelder) gedacht, Sie Oberexperte.
19:01
Was ich mich frage ist, wie es kommen kann das die ganze Halle abbrennt! Hatten die dort keine Sprinkleranlage? Keine Brandmeldeanlage? Sehr Komisch alles.