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Fan-Club kann Aufregung um Schalke-Lied nicht verstehen

06.08.2009 | 07:41 Uhr

Bottrop. Der Vorsitzende des Bottroper Schalke-Fan-Clubs und der Geschäftsführer des Integrationsrates sind sich einig: Das Schalke-Lied ist unverdächtig. In der fraglichen Zeile stecke keine böse Absicht.

Seit 46 Jahren gibt es für die Anhänger des FC Schalke 04 ein immer wiederkehrendes Ritual: Vor jedem Anpfiff in der heimischen Arena trällern die Fans des Traditionsclubs ihr Vereinslied „Blau und Weiß wie lieb ich dich”. Für die Zuschauer ein nicht wegzudenkender Bestandteil jedes Stadionbesuchs.

Frank Böhm, Vorsitzender des Schalker Fan-Clubs „Ruhrknappen Bottrop”

Nun erhält der Bundesligist seit einigen Tagen Briefe und E-Mails, in denen sich die Verfasser über eine „Verhöhnung des Propheten Mohammed” beschweren (die WAZ berichtete). Hintergrund des Protests ist die dritte Strophe des Vereinlieds, in der es heißt: „Mohammed war ein Prophet, der von Fußballspielen nichts versteht.” In Internet-Foren führte diese Zeile zu hitzigen Debatten, denn dadurch würde der Name des heiligen Propheten Mohammed beleidigt, meinen einige Zeitgenossen.

Frank Böhm, Vorsitzender des Schalker Fan-Clubs „Ruhrknappen Bottrop”, kann die ganze Aufregung nicht verstehen. „An diesem Lied hat sich bisher noch nie einer gestört”, sagt Böhm. „In der fraglichen Zeile steckt doch keine böse Absicht.”

Böhm verweist vielmehr auf den Ursprungsgedanken des Liedes, das im Jahr 1963 von Hans J. König in einer etwas veränderten Fassung neu aufgelegt wurde. „Unter den Schalker Anhängern waren damals so viele Türken und Polen, da wäre nie jemand auf die Idee gekommen, jemanden anzugreifen.”

Süleymann Gür, Geschäftsführer des Bottroper Integrationsrats.

Ähnlich sieht es auch Süleyman Gür, Geschäftsführer des Bottroper Integrationsrats: „Seit so vielen Jahren wird dieses Lied gesungen und niemand hat je etwas dagegen gehabt”, wundert sich Gür. „Und plötzlich wird so getan, als habe man Amerika neu entdeckt.” Weder in seinem Umfeld, noch in den Kommentaren türkischer Tageszeitungen wie „Hürriyet” habe Gür scharfe Kritik an dem Lied vernommen. „Was ich gelesen habe, war nicht unbedingt negativ und ist mit Sicherheit nicht vergleichbar mit dem Streit um die Mohammed-Karikaturen vor einigen Jahren”, klärt Gür auf.

Böhm warnt trotz alledem davor, dieses Thema auf die leichte Schulter zu nehmen. „Schließlich verbindet dieses Lied alle Fans. Und keiner denkt an diese Diskussion, wenn wir mit dem gleichen Trikot in der Arena stehen und unsere Mannschaft einläuft. Dann geht es um eine gemeinsame Sache”, appelliert Böhm.

Stefan Deffner

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Kommentare
09.08.2009
11:41
Blockierter Kommentar.
von miriam.lessmann | #10

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

07.08.2009
14:52
Fan-Club kann Aufregung um Schalke-Lied nicht verstehen
von Rambo1 | #9

Hat man eigentlich nichts besseres zu tun, als sich über einen alten Text aufzuregen? Ich kann mich noch erinnern, da wurde auf dem Rängen auch gesungen: Alle sind sie schwul, von Schalke bis nach Liverpool! Da wird ja jetzt demnächst auch noch irgendein Wichtigtuer seinen Senf dazugeben. Solche Leute, die sich über einen harmlosen Text aufregen, sind auch diejenigen, die jeden Falschparker denunzieren, nur um sich zu profilieren.

07.08.2009
08:34
Fan-Club kann Aufregung um Schalke-Lied nicht verstehen
von Fatih | #8

Das kann man auch nicht verstehen. Mohammedaner sind eben weder zur Kritik fähig noch können sie über ihre seltsame Religion lachen. Während Hollywood Jesus am Kreuz aufs Korn nimmt, dürfen wir nichteinmal Mohammed malen. Einen Mohammed, so Rushdi, der den Koran so geschrieben hat wie er ihn gerade brauchte, um sein Harem zu rechtfertigen.
Ich diskutiere nicht mit Homöopathen, mit Marienerscheinungsgläubigen oder Ufologen. Warum soll ich dann Mohammed ernst nehmen?

06.08.2009
15:39
Fan-Club kann Aufregung um Schalke-Lied nicht verstehen
von AliMomente | #7

Ich fordere das Schalke aufgelöst wird, das Stadion zu einem Trödelmarkt umfunktioniert wird und Schalke ab sofort Dortmund2 heißt.

Außerdem fordere ich das in jedem deutschen Wort mindestens 2 ü und ein y oder j vorkommen müssen.

06.08.2009
10:43
Fan-Club kann Aufregung um Schalke-Lied nicht verstehen
von thinkit | #6

Dazu gibt es ein gutes altes Prinzip: Einfach gar nicht ignorieren. Jede öffentliche Aufmerksamkeit spielt diesen Leuten, die eine (ihre?) Religion missbrauchen in die Hände!
Die Einordnung solcher Aktionen müssen leider die Menschen muslimischen Glaubens selbst leisten, denn es ist ihr Glauben, der da missbraucht wird.
Übrigens liebe Muslime, macht euch eines bewusst: Wen werden diese Verteidiger des Glaubens drangsalieren wenn es ihnen nützt, sie wichtig macht (oder ihnen Spaß macht)? Die Beispiele zeigen, dass da auch - oft sogar besonders - die eigenen Leute in Gefahr sind.
Und welcher Gott wollte Gläubige, die sich vor (Wort)Gewalttätern ducken?

06.08.2009
10:21
Fan-Club kann Aufregung um Schalke-Lied nicht verstehen
von thomas-62 | #5

Die Frage ist, auch im Hinblick auf meinen Vorkommentator #3, doch weder die, ob es damals schon Bälle gab, noch die, ob Mohammed ist oder war. Das dürfen dessen Religionsanhänger bitte für sich selbst klären, ohne diese IHRE Meinung der Öffentlichkeit aufoktruieren zu wollen. Die Frage, um die es hier geht, ist im Grunde die, ob in einem Lande wie diesem die Vorstellungen nur einer Religion geltend machen und allen auferlegen ließen.

Wo fängt das an und wo hört das auf? Demnächst kommen einige Christen auf die Idee, die Evolutionstheorie in der Öffentlichkeit verbieten lassen zu wollen, oder die Atheisten, das Pfingstfest. Mit Recht sind in diesem Lande, auch wenn dessen gewachsenen christlichen Traditionen (u. a.) sichtbar sind, Staat und Religion getrennt. In der Öffentlichkeit darf jeder das sagen, schreiben oder eben auch singen, wovon er überzeugt ist und was er mag. Mit solchen Freiheiten sollte man nicht spielen.

Es wird m. E. immer deutlicher, daß diese Forderungen aus eher radikalen Richtungen lanciert worden sind. Selbst der Vorsitzende des ZdM, Mayzek, der dies erst kritisiert hatte (es komme der Respekt nicht zum Ausdruck, dem wir als Muslime dem Propheten entgegenbringen) war zurückgerudert und hatte schließlich doch konstatiert, das Lied enthalte aus muslimischer Sicht nichts Falsches, es sei nach unserer Ansicht weder Blasphemie, noch (stelle) es eine Verhöhnung des Propheten dar. Ob er angesichts diese sich doch sehr widersprechenden Statements einfach nur zurück gerudert ist, da es möglicherweise sah, daß sich dies nicht durchsetzen ließe, sei dahingestellt. Man sollte daher die Moschee dort lassen, wo sie ist, und nicht die ganze Welt zur Moschee erklären wollen, wie dies einige Strategen wohl vorhaben. Entspannung ist angesagt, nicht das ständig neue Aufrühren dieser Dinge.

06.08.2009
09:52
Fan-Club kann Aufregung um Schalke-Lied nicht verstehen
von 123 | #4

@1 Fan
Na mal den Ball flach halten. Wenn es um die Vorreiterrolle in Sachen Antirassismus geht habt ihr alles andere als eine Vorreiter-Rolle. Auch wenn man sich gerne so darstellt, weil eine NPD-Mitgleidschaft eine mitgleidschaft bei euch ausschließt.
Wirkliche Vorreiter auf dem Gebiet findet man wohl eher bei den Hamburger Vereinen.

Ansonsten sollen einige radikalisierte Deppen einfach mal den Ball flach halten. So wie deutsche nationalistische Dumpfbacken ihre brauen Parolen nach Übergriffen von Ausländern einfach mal stecken lassen sollten, sollten sich diese Herren hier mal fragen wie wichtig ihnen ihre Religion ist, oder ob diese nicht nur als Instrument zum Aufstand gegen eine Kultur wird, die trotz einer fünfzigjährigen Migrationsgeschichte immer noch fremd ist.

06.08.2009
09:07
Fan-Club kann Aufregung um Schalke-Lied nicht verstehen
von dudy1 | #3

Tja, die Zeiten ändern sich eben.
Ich erinnere nur an das Lied 10 kleine Negerlein oder den Mohrenkopf, den Negerkuss etc. Es war halt die Zeit der Kolonialwarenläden... Und was immer schon so war, muss ja nicht so bleiben.
Aber jetzt zur Kritik. Diese ist mir zu pauschal. Da laut Wikipedia von heute, Stichwort Fußball (Sportgerät) Die ersten Fußbälle bestanden aus verschiedenen Materialien wie auch Stoffresten und wurden von Netzen zusammengehalten. In China spielte man bereits in vorchristlicher Zeit mit Lederbällen, die mit Federn und Tierhaaren gefüllt waren. Zwischen den Jahren 220 und 680 erfand man dort den luftgefüllten Ball ist es durchaus möglich, dass der Prophet Mohammed den Fußball als solchen kannte. Im übrigen ist ein Prophet (Seher) in der Lage weit, weit in die Zukunft zu blicken und so selbst aus der Vergangenheit (bzw. was wir Vergangenheit nennen) heraus Verändnis für das Fußballspiel heutiger Prägung aufzubringen.
Woran Moslems sind m.E. mehr dran stoßen, ist, dass in der Strophe davon die Rede ist, dass Mohammed Prophet WAR. Für Moslems IST Mohammed Prophet.
Am besten wäre es, sich mit den Kritikern zusammenzusetzen, diese ernst zu nehmen und diese präzisieren zu lassen, worin genau ihre Kritik besteht.

05.08.2009
22:36
Fan-Club kann Aufregung um Schalke-Lied nicht verstehen
von DerFremde | #2

Man muss sich auch mal fragen warum die Medien (wie die WAZ) dieses Thema bis zum letzten verwursten. Es ist doch so das irgendwelche Typen in ihrem muslimischen Blog was gegen das schalker Vereinslied geschrieben haben. Mehr war nicht. Aber daraus wird von den Medien ein riesiges Ding gemacht, als hätte Osama bin Laden persönlich zum Dschihad gegen Schalke aufgerufen.

05.08.2009
17:15
Fan-Club kann Aufregung um Schalke-Lied nicht verstehen
von Fan | #1

Man muss sich mal fragen, wem diese Diskussion nützt, wer diesen (hoffentlich nicht aufkommenden) Streit instrumentalisieren kann und will.

Gerade im Fall Schalke ist der Vorwurf der Islamfeindlichkeit besonders absurd. Kein anderer großer deutscher Profiklub und seine Fans stellen sich heute mehr gegen Rassismus. Und wenn es einen großen Fußballklub in Deutschland gibt, der immer schon Einwanderer integriert hat, dann ist es in der Tat Schalke 04.

Das Schalker Vereinslied ist für das Ruhrgebiet und die Millionen Schalker Fans in ganz Deutschland ein altes und wertvolles Kulturgut, das keinerlei Bösartigkeit in sich trägt.

Übrigerns Mohammed hat den Gesang und den Spaß geliebt, wie mir ein gläubiger Muslim versichert hat. Er hätte so ein Lied auch gesungen und dabei gelächelt.

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