Facebook-Aufruf zum Haldentreff - die RAG will es verhindern

Die Halde Haniel mit der Berg-Arena und der Installation „Totems“ des baskischen Malers und Bildhauers Agustín Ibarrola.
Die Halde Haniel mit der Berg-Arena und der Installation „Totems“ des baskischen Malers und Bildhauers Agustín Ibarrola.
Foto: www.blossey.eu
Was wir bereits wissen
Wer hinter dem Aufruf zum "Sommer-Picknick" in Bottrop steckt, ist unklar. Doch es gibt schon über 760 Facebook-Zusagen. RAG hat Polizei informiert.

Bottrop.. Die Einladung zu einem „Sommer-Picknick“ auf der Halde Haniel verbreitet sich aktuell im sozialen Netzwerk Facebook. Bis Donnerstagmittag ging der Hinweis bereits an 2995 Nutzer im Internet. Auch in diversen Gruppen, die sich im Netz mit Themen rund um Bottrop befassen, taucht die Ankündigung auf. Bis gestern haben 764 Menschen per Mausklick ihre Teilnahme zugesagt. Ob sie tatsächlich am Samstagabend an der Halde auftauchen, steht auf einem anderen Blatt. Die Verbindlichkeit solcher Facebook-Zusagen ist nicht gerade hoch.

Halde unter Bergaufsicht

Die RAG hat vorsichtshalber die Polizei informiert, um das Picknick zu verhindern. Die Halde Haniel ist zwar öffentlich zugänglich, untersteht aber noch dem Bergrecht. Veranstaltungen dort müssen mit dem Bergwerk abgesprochen und von der Bezirksregierung Arnsberg genehmigt werden. Und das geschehe erfahrungsgemäß nur gegen Vorlage entsprechender Versicherungen und eines Rettungskonzepts, heißt es seitens der RAG.

Schriftlich erklärt das Unternehmen: „Bei dem Halden-Picknick, zu dem anonym auf Facebook aufgerufen wird, handelt es sich um eine nicht genehmigte Veranstaltung. Die Halde Haniel steht unter Bergaufsicht, was bedeutet, dass die RAG für alles, was dort passiert, Verantwortung übernehmen muss.“ Daran ändert auch die Bemerkung in Facebook nichts: „Dies ist keine kommerzielle, öffentliche oder offizielle Veranstaltung.“ Hinter dem anonymen Aufruf, so die RAG, seien keine Verantwortlichen zu erkennen, und ein Rettungskonzept gebe es nicht.

"Kamera, Kerzen und Decken nicht vergessen"

Tatsächlich ist unklar, wer dahinter steckt. Es existiert zwar eine Seite „Halde Haniel“ im Netzwerk, von der geht die Veranstaltung aus, doch das Impressum ist nichtssagend. Stattdessen heißt es an anderer Stelle: „Wir sind aber weder ,Veranstalter’ noch ist dies eine ,offizielle’ oder ,kommerzielle’ Veranstaltung. Ihr sollt und müsst euch selbst organisieren. Wir freuen uns auf ein tolles Picknick mit vielen sympathischen Menschen am Samstag. Kamera, Kerzen und Decken nicht vergessen!“ Es folgt der Ansporn: „Schaffen wir es zusammen, 1000 Picknicker zu mobilisieren? Jetzt Freunde einladen!“

"Die Halde Haniel ist euer Wohnzimmer - hinterlasst sie ordentlich"

Im Aufruf heißt es, man wolle mit vielen anderen „Haldenhelden“ einen Sommerabend genießen. Es folgt die Ermahnung, seinen Müll wieder mitzunehmen. „Die Halde Haniel ist euer Wohnzimmer – hinterlasst sie ordentlich.“ Dass dies nicht klappt, zeigt sich Jahr für Jahr Silvester am Tetraeder.

Auch die Aufforderung „für die passende Stimmung“ viele Kerzen mitzubringen, scheint angesichts der aktuellen Trockenheit und der Waldbrandgefahr äußerst gewagt. Die RAG appelliert an das Verantwortungsbewusstsein der Bürger, sich nicht auf die Halde zu begeben. Sie warnt: „Sollten Situationen wie eine Panik oder ein Gewitter eintreten, können die Besucher nicht rechtzeitig evakuiert werden.“