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Explosives auf dem Dachboden

08.01.2008 | 19:18 Uhr

74-Jähriger muss sich wegen Verstoßes gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz verantworten

Eine entlaufene Katze war Auslöser für die gestrige Verhandlung vor dem Amtsgericht. Als die Feuerwehr im Jahr 2006 zur Katzenrettung ausrückte, musste sie auf den Dachboden des Angeklagten an der Gladbecker Straße. Was sie dort entdeckte, erschreckte auch die erfahrenen Männer der Feuerwehr. Rund vier Kilo Schwarzpulver und sechs Kilo Treibladungspulver, dazu Luftgewehre, Revolver und Munition - ein ganzes Waffenarsenal lagerte in einem Verschlag auf dem Boden. Im Keller hortete der 74-Jährige weitere Waffen und Munition.

Weil darunter auch Patronen für Maschinengewehre waren, musste er sich unter anderem wegen Verstoßes gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz verantworten. Ein "exotischer" Anklagepunkt vor einem Amtsgericht, wie Richter Manfred Bihler bemerkte.

Äußern wollte sich der Angeklagte, der Vorsitzende eines Sportschützenvereins ist, nicht. Er ließ seinen Anwalt erklären, dass er das Pulver für den Verein aufbewahrt habe. "Im Vereinsheim wurde mehrfach eingebrochen, und bis zur Stärkung der Sicherheitsmaßnahmen haben die Vereinsmitglieder Pulver und Waffen zu Hause gelagert", sagte Verteidiger Hartmut Runkel. Außerdem sei sein Mandant berechtigt, bis zu zehn Kilo Schwarzpulver zu lagern, weil er seine Patronenhülsen nach dem Schießen wieder befülle. Eine entsprechende Bescheinigung legte er dem Gericht vor. Runkel räumte ein, dass die Lagerung nicht vorschriftsmäßig gewesen sei, "aber das ist eine Ordnungswidrigkeit".

Als Verbrechensanklage blieb der Verstoß gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz bestehen. Ein Vorwurf, der sich auf wenige Patronen bezog. In Absprache mit dem Gericht plädierte Staatsanwalt Kock in diesem Fall auf Fahrlässigkeit und machte so den Weg frei für eine Einstellung des Verfahrens. Voraussetzung: Der Angeklagte zahlt eine Buße von 1500 Euro an eine gemeinnützige Organisation und verzichtet auf Rückgabe der in diesem Verfahren beschlagnahmten Waffen.

Von Matthias Düngelhoff

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