Es gibt nicht immer Patentlösungen
24.07.2011 | 17:56 Uhr 2011-07-24T17:56:00+0200
Bottrop. Es tut sich etwas in der Innovation City: Davon konnten sich rund 50 Teilnehmer bei einer von der Gesellschaft für Stadtmarketing veranstalteten Stadtrundfahrt überzeugen. „Meine Kollegen in Herne fragen mich ständig, was es mit dem Projekt genau auf sich hat“, meint Beate Soldat. Bisher habe sie nicht viele Antworten geben können, daher hoffe sie auf Hilfestellung, so die Lehrerin lächelnd.Und in der Tat – auch wenn die meisten Projekte der Innovation City noch Zukunftsmusik sind, gibt es schon viel zu sehen.
„In den letzten Jahren ist in Bottrop bereits einiges im Bereich Klimaschutz und Energieeffizienz passiert“, betont Klaus Müller, Projektleiter von Innovation City. So sei in den Gewerbegebieten Knippenburg und Kruppwald ein „Zero Emission Park“ entstanden, in dem die umweltschädlichen Ausstöße der Wirtschaft drastisch reduziert werden – wenn auch nicht ganz auf null, wie Müller zugibt: „Aber so ist der Titel ist einfach griffiger.“
Auch attraktive Grünanlagen wie an der Lehmkuhler Straße hätten Vorbildcharakter für den zukünftigen Stadtumbau. Überhaupt gehe es bei Innovation City auch darum, schon vorhandene Ideen weiterzuentwickeln: „Unser Ziel ist es, verschiedene Projekte miteinander zu verknüpfen und so Lösungen zu entwickeln, die man alleine nicht rund hinbekommen hätte,“ meint Müller.
Für Kopfzerbrechen sorgt allerdings der Denkmalschutz, beispielsweise in der Bergbaustraße: „Wie wissen noch nicht, wie wir die Zechenhäuser energetisch sanieren können, ohne die stadtbildprägenden Fassaden zu verändern“, räumt Müller ein. Eine Patentlösung werde es in dieser Frage wohl nicht geben: „Das sind Einzelfallentscheidungen, die wir innerhalb der nächsten zehn Jahre entwickeln werden.“
An der Grundschule Ebel hat das Team der Innovation City bereits ein Projekt für innovative Energieerzeugung realisiert. Anstelle von Fernwärme sorgt nun die Abfallwärme von Kokerei Prosper im Winter für warme Füße. „Das ist beispielhaft für andere große Gebäude“, so Müller.
Andere Aufgaben, wie etwa die energetische Sanierung der Welheimer Mark, stellen die Verantwortlichen von Innovation City vor größere Probleme, denn viele Hausbesitzer müssten noch mobilisiert werden, um in ihre Gebäude zu investieren: „Eine wichtige Aufgabe wird es sein, Energiesparlösungen zu entwickeln, die sich für Hauseigentümer auch lohnen,“ meint Müller.
Franz und Gisela Muth nicken. Zwar wohnen sie nicht im Projektgebiet der Innovation City, doch die neuen Konzepte für Klimaschutz und umweltfreundliche Energien interessieren die beiden Bottroper trotzdem.
„Wir möchten uns einfach mal informieren und gucken, was sich in der Stadt verändert“, meint Franz Muth.
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„Wie wissen noch nicht, wie wir die Zechenhäuser energetisch sanieren können, ohne die stadtbildprägenden Fassaden zu verändern“
Na, ist doch ganz einfach. So wies in Bottrop seit Jahren mit stadtbildprägenden Gebäuden läuft: Abreißen (auch bekannt als Bottropisch sanieren).