Erzieherinnen schlagen auf dem Bottroper Wochenmarkt Krach

Auf dem Wochenmarkt in der Innenstadt demonstrierten die Beschäftigten im Sozial- und Erzíehungsdienst am  Mittwoch  für ihre Forderung nach Aufwertung ihrer Arbeit und zehn Prozent mehr Geld.
Auf dem Wochenmarkt in der Innenstadt demonstrierten die Beschäftigten im Sozial- und Erzíehungsdienst am Mittwoch für ihre Forderung nach Aufwertung ihrer Arbeit und zehn Prozent mehr Geld.
Foto: Labus / FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Die Streikende informierten am Mittwoch auf dem Wochenmarkt über ihre Forderungen nach Aufwertung ihrer Arbeit. Freitag gibt es eine Demo am Rathaus.

Bottrop..  Sie sind laut, die Erzieherinnen und Mitarbeiterinnen im Erziehungsdienst. Schon von weitem hört man ihre Trillerpfeifen und die Trommeln. Und sie wollen auch laut sein und ihren Forderungen auf dem Bottroper Wochenmarkt so richtig Geltung verschaffen. Die zweite Woche des Kitastreiks nähert sich ihrem Ende und eine Einigung mit den Arbeitgeber ist längst nicht in Sicht.

Die Frauen mit den roten Westen sind durch die Fußgängerzone gezogen, vorbei an den Marktständen und den interessierten Kunden. Auf dem Platz am ehemaligen Mensing-Brunnen bleiben sie stehen mit ihren Plakaten. Sie sprechen Passanten an, strecken ihnen Infozettel und Unterschriftenlisten entgegen.

Unterschriften gesammelt

Selbst eilige Marktbesucher bleiben stehen und lassen sich informieren über die Forderungen der Erzieherinnen. Ein Thema, das alle angeht und alle irgendwie betrifft, weil sie mal kleine Kinder hatten und jetzt Enkelkinder haben, oder weil sie mal Kinder wollen. „Die Kinder, die sind es wert!“, sagen die Erzieherinnen und fordern die Aufwertung ihres Berufsstandes. „Wir sind keine Basteltanten, wir haben einen Bildungsauftrag“, sagt etwa Meike Koschate, die in einer Bottroper Kita arbeitet. „Kinder sind das wichtigste, das wird haben. An ihnen sollte man nicht sparen.“

Erzieherinnen machen Sprachförderung, vermitteln den Kindern Werte, sind kreativ, sind Problemlöser und Streitschlichter. Die Durchschnittserzieherin verdient nicht mehr als 1600 Euro im Monat. Deshalb fordern die Mitarbeiter im Sozial- und Erziehungsdienst eine bessere Eingruppierung in den Tarifgruppen und damit einer Gehaltsverbesserung von zehn Prozent.

Freitag Kundgebung am Rathaus

Den Kolleginnen sei der Streik nicht leicht gefallen, betont Dagmar Kaplan. „Ihre“ Kinder in den Kitas liegen ihnen am Herzen, sie verstehen die Not der Eltern. Die Sozialpädagogin denkt an ihr Projekt mit Schulverweigerern, das bei der Stadt auf Eis liegt, so lange sie streikt – ob noch eine dritte Woche wird sich bis Freitag entscheiden.

Am Freitag treffen sich die Streikenden aus Bottrop, Gladbeck und Gelsenkirchen um 9.30 Uhr auf dem Berliner Platz und ziehen dann zum Rathaus, wo eine Kundgebung stattfinden soll.

Die Komba NRW, Fachgewerkschaft für Beschäftigte im öffentlichen Dienst, unterstützt den Streik und veranstaltet am heutigen Donnerstag eine zentrale Kundgebung in Bonn.