„Erstis“ schätzen die Übersichtlichkeit an Hochschule Ruhr West
02.10.2012 | 16:56 Uhr 2012-10-02T16:56:00+0200
Bottrop. Die frischgebackenen Studierenden schätzen die überschaubare Hochschule Ruhr West. Vor allem diejenigen, die bereits einen Abstecher zu einer großen Hochschule hinter sich haben und sich nun bewusst für die HRW entschieden haben, fühlen sich bereits „pudelwohl“.
Kaum sind die Begrüßungsworte verklungen, zieht der Alltag auf dem Campus der Hochschule Ruhr West (HRW) an der Tannenstraße ein. Doch von Hektik und Aufregung ist unter den frischgebackenen Studierenden nichts zu spüren: In den Containern lauschen sie den ersten Vorlesungen, erste Kontakte sind bereits geknüpft und alle scheinen die kleine überschaubare Hochschule bereits zu schätzen.
Während die einen gerade mit ihrem Studium starten, neue Eindrücke verarbeiten und sich erstmal orientieren müssen, gelten sie schon als „alte Hasen“ auf dem Campus der Hochschule Ruhr West: Claudia Rotllan (29), Kevin Ly (23) und Ludger Hemsing (22) sind mittendrin, studieren bereits im sechsten Semester Wirtschaftsingenieurwesen und haben schon fast den Abschluss im Blick.
Rundum gut betreut
Ihren Entschluss, an der HRW zu studieren, haben sie bislang nicht bereut. „Ich habe direkt nach dem Abitur hier angefangen“, erzählt Ludger. „Alles ist klein und übersichtlich ist, so war die Umstellung vom Schul- zum Unileben nicht so groß.“ Kevin schätzte von Anfang an das Lernen in kleinen Gruppen. „Wir haben hier mit rund 40 Studenten angefangen, waren damals der einzige Studiengang und wurden stets rundum gut betreut.“ Claudia erinnert sich an schöne Ausflüge mit den Professoren zum Bergwerk. „An welcher Hochschule gibt es sowas?“ Von ihren Freunden, die an großen Hochschulen studieren, wurden die drei mitunter beneidet. „Sie konnten kaum glauben, dass wir in den Vorlesungen nicht auf Treppen sitzen müssen und uns die Professoren mit Namen kennen“, meint Michael.
Ludger und Kevin nutzten während ihres Studiums die Gelegenheit zu einem Auslandssemester, studieren an der University of Exeter im englischen Cornwall „Renewable Energy“. „So entdeckte ich mein Interesse für die Windenergie“, erzählt Ludger. „Wahrscheinlich spezialisiere ich mich im Master-Studium auf diesem Gebiet.“ Fühlen sich die Studierenden während ihres Studiums rundum gut betreut und ausgebildet, so vermissen sie aber doch das Studentenleben. „Bottrop bietet da leider nichts“, bedauert Kevin. „Und in England haben wir erlebt, dass es auch anders geht. Da war immer was los, es gab viele Events.“
Künftigen Job im Blick
Inzwischen haben die drei schon ihren künftigen Beruf im Blick. „Ich gucke immer mal in den Stellenmarkt, der Bedarf scheint da zu sein“, meint Ludger. Sein Ziel ist das Projektmanagement. Und Claudia möchte gern beim TÜV oder in der Automobilindustrie arbeiten. „Mal gucken, was geht“, meint die Mutter einer achtjährigen Tochter. „Ich muss meinen künftigen Job halt auch mit meinem Familienleben unter einen Hut bringen.“
Vor allem diejenigen unter den neuen Studenten, die bereits einen Abstecher zu einer großen Hochschule hinter sich haben und sich nun bewusst für die HRW entschieden haben, fühlen sich bereits „pudelwohl“. „Ich hatte zunächst an der Uni Duisburg-Essen (UDE) mit dem Wirtschaftsinformatik-Studium begonnen, hab mich dort aber gar nicht wohl gefühlt“, erzählt Milca (23). „Jeder musste sich um sich selbst kümmern. Hier ist auch alles neu, aber übersichtlich und alle scheinen offen für Fragen zu sein.“ Die 23-Jährige schätzt vor allem das Arbeiten in kleinen Gruppen. „So ergeben sich schnell Kontakte.“
Nahe der Heimat
Für Matthias (20) ist es als Bottroper naheliegend in der Heimatstadt zu studieren. „Die HRW ist eine gute Hochschule. Schon beim Tag der offenen Tür hatte ich den Eindruck, dass ich hier eine professionelle Ausbildung erhalten werde“, begründet der 20-Jährige seine Entscheidung an der HRW zu studieren. Sein Ziel ist, nach dem Studium im Management zu arbeiten. Überhaupt schätzen die neuen Studenten die guten Berufsaussichten, die ein Studium an der HRW bietet. „Wirtschaftsinformatik ist momentan die interessanteste Hybride auf dem Arbeitsmarkt“, meint Michael. Der 25-Jährige hegt zwar keinen ausgesprochenen Faible für Mathematik, aber schrecken tut sie ihn auch nicht. „Das wird schon gehen, wenn man weiß, wofür man das lernt.“
Miriam reizten gerade die Studieninhalte der Wirtschaftsinformatik, auch wenn dies nicht gerade ein frauendominierter Studiengang ist. „Aber ich programmiere total gern“, erklärt die 24-Jährige. Auch sie hat zunächst an der UDE angefangen Informatik zu studieren. „Aber das war mir zu theoretisch. Hier kann ich praxisorientierter studieren, zudem fühle ich mich schon jetzt sehr gut betreut.“
Auch die 21-jähige Paywast Leyla sieht sich als „Mathefreak“. „Eigentlich wollte ich Medizintechnik studieren, aber dann bin im Internet auf die HRW gestoßen und die Beschreibung des Studiengangs Wirtschaftsinformatik hat mir sofort gut gefallen. Und nun bin ich hier.“ Das Containerleben auf dem Campus stört die „Erstis“ überhaupt nicht. „Man merkt ja nix davon, wenn man im Unterricht sitzt“, meint Paywast Leyla. Und Michael fügt hinzu: „Es ist toll, beim Neuaufbau dabei zu sein.“

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