Erste Elternhaltestellen an Bottroper Grundschulen in Sicht

So wie hier in Duisburg könnten die Schilder für die Elternhaltestellen aussehen.
So wie hier in Duisburg könnten die Schilder für die Elternhaltestellen aussehen.
Foto: Fabian Strauch
Was wir bereits wissen
Haltestellen sollen die Verkehrssicherheit an Schulen erhöhen. Eltern sollen dort parken, wenn sie ihre Kinder zur Schule bringen oder abholen.

Bottrop.. In der Nähe der Schule Grafenwald soll eine Elternhaltestelle eingerichtet werden, um die Verkehrslage um die Grundschule sicherer zu machen.

„Die Schneiderstraße wird ja neu ausgebaut. Da lässt sich eine Elternhaltestelle gut einrichten“, sagte Verkehrsausschussvorsitzender Rüdiger Lehr (SPD). Entsprechende Pläne gibt es schon. Auch für die Gregorschule ist eine solche Elternhaltestelle im Gespräch. Die beiden Kirchhellener Grundschulen könnten somit eine Vorreiterrolle für weitere Schulen in der Stadt einnehmen.

Hol- und Bringzonen

Elternhaltestellen sind Hol- und Bringzonen, an denen Eltern ihre Kinder mit dem Auto relativ gefahrlos absetzen oder einsammeln können. Von solchen Sammelplätzen aus sollen die Kinder dann in Begleitung zu Fuß zur Schule gehen. Höchstens 500 Meter lang soll der Schulweg sein. Auch die Stadtverwaltung hält dies für einen guten Ansatz, um die Verkehrslage an den Schulen zu entzerren. Denn das Straßenverkehrsamt kommt seit längerem zu der Erkenntnis, dass die Eltern selbst die Verkehrsgefährdungen an den Schulen verursachen, wenn sie Schulkinder mit dem Auto zur Schule bringen und auch wieder abholen.

Es sollen keine Drive-in-Schulen geschaffen werden, stellt das Straßenverkehrsamt ausdrücklich im Verkehrssicherheitskonzept klar, Elternhaltestellen können jedoch ein Baustein sein, um Schulwege sicherer zu machen. Andere Städte hätten damit positive Erfahrungen gemacht. Dies gelte insbesondere für die „Elternhaltestelle Harkortschule“ in Marl, die wissenschaftlich untersucht werden. Allein durch die Einrichtung einer Elternhaltestelle können gefährliche Verkehrssituationen aber nicht vermieden werden, mahnt die Stadt. Eltern, Lehrer und Polizisten müssten mithelfen.

Denn wichtig sei, dass die Schulkinder auf ihrem Weg von den Hol- und Bringzonen oder von Zuhause zur Schule von Erwachsenen begleitet werden. Da setzt zum Beispiel die Aktion „Walking Bus“ an. Wie ein Linienbus laufen bei dieser Aktion Gruppen von Schülern an festen Treffpunkten entlang zur Schule. „Oft ist das ja sowieso auch längst Alltag, das Eltern ihre Kinder und deren Freude zu Fuß zur Schule bringen“, meint SPD-Ratsherr Lehr. Auch das Projekt „Verkehrszähmer“ könnte die Motivation erhöhen, von einer Elternhaltestelle aus zu Fuß zur Schule zu gehen. Dabei werden Schulklassen mit längeren Pausen belohnt, wenn viele Kinder dabei mitmachen. Das Projekt wird vom NRW-Schulministerium empfohlen.

Auf Dauer fehlen Begleitpersonen

Allerdings gibt das Straßenverkehrsamt nach Rücksprache mit der Polizei zu bedenken, dass es sich in anderen Städten als problematisch erwiesen habe, auf Dauer Begleitpersonen für die Kinder zu finden. Die Mitglieder der Verkehrswacht sind dazu bereit, diesen Part für einige Zeit zu übernehmen. „Wir sind da in Kontakt mit der Verkehrswacht. Zum nächsten Schulstart würde sie eine Aktion starten, zwar nicht auf Dauer, aber eine Zeit lang“, sagte Rüdiger Lehr - gewissermaßen für den Vorführeffekt also.