Erste Bohrung erreicht Oberhausen

Der unterirdische Vortrieb des Abwasserkanals Emscher hat das Stadtgebiet von Oberhausen erreicht – und das in rund 30 Metern Tiefe. Die zweite der beiden Vortriebsmaschinen befindet sich noch in, genauer unter Bottrop. Sie wird Oberhausen in der kommenden Woche erreichen.

Zirka 750 Meter brauchte die Vortriebsmaschine vom Schacht südlich der A42-Ausfahrt Bottrop-Süd bis zur Grenze. Mittlerweile ist der südliche Tunnel der Doppelrohrstrecke des Abwasserkanals Emscher 763 Meter lang. Der nördliche Tunnel steht derzeit bei 662 – dieser Vortriebsmaschine fehlen noch rund 90 Meter bis zur Stadtgrenze. Damit werden die Arbeiten auf Bottroper Gebiet aber noch lange nicht beendet sein, denn angedient werden die Bauarbeiten in den Tunneln immer noch vom Bottroper Schacht aus.

Der so genannte Bauabschnitt 40 beginnt an der Stadtgrenze Bottrop/Oberhausen und endet östlich des Holtener Feldes in Oberhausen-Holten (im Bereich der A 3). Hauptsächlich verläuft die Kanaltrasse auf Oberhausener Stadtgebiet.

Anders als in den Bottroper Abschnitten wird der Abwasserkanal Emscher in Oberhausen nicht im reinen Rohrvortrieb verlegt, sondern im Tübbingausbau. Generell unterscheidet sich dieser Vortrieb dadurch, dass keine kompletten Rohrelemente durch den Boden geschoben werden, sondern das Rohr aus einzelnen Segmenten direkt in der Vortriebsmaschine hergestellt wird.

Vergeben wurde der Bauauftrag Ende 2013 an die Firma Porr aus Österreich. Mit dem Investitionsvolumen von rund 170 Millionen Euro ist dies der zweithöchste Einzelauftrag in der Geschichte der Emschergenossenschaft und des Emscher-Umbaus. Die Firma Porr indes hat bereits Erfahrung mit dem Abwasserkanal Emscher: Sie hat schon den Bauabschnitt 20 des Abwasserkanals Emscher auf Bottroper Stadtgebiet verlegt.

Nach der Planung der Emschergenossenschaft werden in dem nun anstehenden Bauabschnitt rund 7600 Tonnen Bewehrungsstahl verbaut. Zum Vergleich: Der Pariser Eiffelturm wiegt 7300 Tonnen. Der verlegte Beton hat ein Gesamtgewicht von rund 135 000 Tonnen (der Kölner Dom hat ein Gewicht von etwa 160 000 Tonnen). Für die Schachtbauwerke werden rund 290 000 Kubikmeter Boden ausgehoben – zum Vergleich: Der Oberhausener Gasometer hat ein Volumen von zirka 347 000 Kubikmeter.

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