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Peer-Projekt

Erst denken – dann lenken

25.02.2016 | 13:00 Uhr
Erst denken – dann lenken
Fanny Rieder, Martin Koziol und Cynthia Baasch (v.l.) sind als „Peers" der Jugendhilfe unterwegs, um Fahranfänger über die Gefahren von Alkohol und Drogen am Steuer aufklären.Foto: Michael Korte

Bottrop.   Beim Peer-Projekt werden Fahrschüler von Gleichaltrigen über die Gefahren von Alkohol und Drogen am Steuer aufgeklärt.

Erst denken – dann lenken“, das möchten die Peers allen Fahranfänger zurufen und sie warnen vor Alkohol- oder Drogenkonsum, wenn sie sich ans Steuer setzen. Junge Fahrer sind besonders häufig an Verkehrsunfällen mit der Unfallursache Drogen oder Alkohol beteiligt. Grund genug also, sie beizeiten über die Gefahren aufzuklären. Und genau das tun die „Peers“, Gleichaltrige also, die besonders geschult sind und zu den Anfängern in die Fahrschulen gehen.

Die Peers gehen in die Fahrschulen und führen dort für die Führerscheinbewerber eine Theorieeinheit zum Thema Alkohol und Drogen am Steuer durch. Dabei geht es nicht nur um die Vermittlung der gesetzlichen Promillegrenzen, sondern vor allem auch um die richtigen Strategien, um Rauschfahrten zu vermeiden und zwar noch bevor die Teilnehmer überhaupt einen Führerschein haben.

Bis Oktober 2015 hat die Jugendhilfe Bottrop mit dem Peer-Projekt insgesamt 675 Fahrschüler erreicht, davon waren 52 Prozent männlich und 57 Prozent 17 Jahre und jünger. Mit Hilfe eines standardisierten Fragebogens wurde nach dem Unterricht eine Auswertung durchgeführt, bei der die Teilnehmer der Theorieeinheit die Note 1,9 gaben und mehrheitlich meinten, alle Fahrschüler sollten daran teilnehmen.

Im September 2012 war die Kooperationsvereinbarung über das Peer-Projekt an Fahrschulen in Bottrop unterzeichnet worden. Beteiligt sind neben dem Fachbereich Jugend und Schule auch das Straßenverkehrsamt, der Fahrlehrerverband und die Verkehrspolizei. Die Federführung bei dem Projekt hat die Jugendhilfe Bottrop, die dem Jugendhilfeausschuss in der letzten Woche einen positiven Zwischenbericht vorstellte.

Danach wurden vor drei Jahren die ersten Peers ausgebildet. Sie sind zwischen 18 und 25 Jahren alt, haben selber erst kurz zuvor den Führerschein gemacht und sind somit auf Augenhöhe mit den Fahrschülern.

Schulungen für Peers

Die Peers werden in einem zweitägigen Grundlagenseminar zu Präventionsfachkräften und Kooperationspartnern geschult. Anschließend gibt es fortlaufend Treffen für den Austausch untereinander.

Im vergangenen Jahr fand die zweite Peer-Schulung statt, neun Fahrschulen waren mit dabei. In 33 Einsätzen mit 381 Fahrschülern wurde 2015 eine Reichweite von rund 20 Prozent erreicht. Die nächste Peer-Schulung soll in diesem Frühjahr stattfinden, an eine Ausweitung des Projektes ist allerdings nicht gedacht. Für dieses Jahr ist die Weiterführung gesichert. Denn der personelle und finanzielle Aufwand werden nur zum Teil durch Spenden und Fördermittel kompensiert.

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2016-02-25 13:00
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