Entfernung ist kein Hindernis
03.06.2007 | 13:06 Uhr 2007-06-03T13:06:39+0200Beim Festakt im Kammerkonzertsaal wird die Partnerschaft mit dem polnischen Gleiwitz besiegelt.Damit verbunden: Die Jubiläumsfeier für 40- und 20-jährige Kontakte zu Tourcoing und Veszprem
"Ich heiße die Stadt Gleiwitz im Kreis der Bottroper Partnerstädte willkommen." Diesen Satz kann Oberbürgermeister Peter Noetzel mehr als 60 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs wie selbstverständlich aussprechen.
Die Normalität ist das Ergebnis einer konsequenten Verfolgung der Idee der europäischen Union, verdeutlichte Noetzel beim Festakt im Kammerkonzertsaal. "Sie sichert uns seit 60 Jahren ein Leben in Frieden." Für diesen Frieden seien die oft kritisierten Auswüchse der EU-Bürokratie ein geringer Preis.
Renata Caban, Stellvertreterin des Gleiwitzer Stadtpräsidenten, antwortete in jener Sprache, die noch vor rund 100 Jahren in manchen Bottroper Haushalten gesprochen wurde, bevor die polnischen Einwanderer im Ruhrgebiet heimisch wurden. "Wenn Sie heute die Bürger in Gleiwitz nach Bottrop fragen: Sie können sicher sein, dass die Bürger antworten werden: Das ist unsere Partnerstadt in Deutschland." Hinterhältig und schrecklich habe sich die Geschichte gezeigt. Doch sei auch zu erkennen, "wieviel wir erreichen, wenn wir zusammenarbeiten." Die Besiegelung der Städtepartnerschaft markiere den Beginn einer guten Zusammenarbeit.
Im Vergleich der Partnerschaften hätten die Beziehungen von Bottrop und Gleiwitz (Gliwice) die weitaus längste Tradition, erklärte Noetzel und erinnerte an die mehr als 50-jährige Patenschaft mit der polnischen Industriestadt. Auch der Bergbau habe über Jahre Kontakte gepflegt. Ob auf kultureller, sportlicher oder schulischer Ebene: "Es ist mein Wunsch, dass die Beziehungen immer vielfältiger werden mögen", betonte der OB. Die Vertreterin des Gleiwitzer Stadtoberhauptes griff diesen Gedanken auf: "1300 km Entfernung stellen kein Hindernis dar für gemeinsames Planen und Handeln", erklärte Renata Caban.
Mit einen festlichen Rahmenprogramm würdigte die Verwaltung als Gastgeber den Anlass. In der Chronologie des Festakts stand der Abschluss der neuen Städtepartschaft obenan, begleitet von fotografischen Impressionen aus Gleiwitz und den Klängen des gebürtigen Polen Frederic Chopin. Auch die folgenden Ehrungen der Städtepartnerschaften mit Veszprem, Blackpool und Tourcoing wurden begleitet von landestypischen Kompositionen und Städte-Bildern.
Mit der Unterzeichnung von Urkunden bekräftigen OB Noetzel sowie Veszprems Bürgermeister Janos Debreczenyi und sein Amtskollege Jean-Pierre Balduyck aus Tourcoing ihre Absicht, auf dem eingeschlagenen Weg fortzuschreiten. Seit 20 (Veszprem) und 40 Jahren (Tourcoing) verbindet Bottrop eine unterschiedliche akzentuierte Partnerschaft mit diesen Kommunen. "Mit jeder Stadt verbinden uns andere Gemeinsamkeiten", hatte Noetzel eingangs festgestellt.

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