Energieversorger fördert Stiftungsprofessur an der HRW

Bottrop..  Es dürfte der letzte Vertrag gewesen sein, unter den Prof. Eberhard Menzel in seiner Funktion als Präsident der Hochschule Ruhr West (HRW) seine Unterschrift gesetzt hat. Wie berichtet, übergibt er sein Amt ab Mai an Prof. Gudrun Stockmanns. Wirken wird die Vereinbarung, die am Freitag mit Dr. Andreas Breuer von der RWE Deutschland AG geschlossen wurde, aber in die Zukunft: Der Energieversorger fördert über einen Zeitraum von zehn Jahren die neue Stiftungsprofessur „Elektrische Energietechnik“.

Stiftungsprofessor wird Prof. Jens Paetzold, der bereits seit September 2011 an der HRW lehrt, und zwar am Campus Bottrop im Bereich elektrische Energietechnik und Elektromobilität. RWE steckt jährlich 60 000 Euro in die Förderung. Sie gilt als Anschubfinanzierung mit dem Plan, die Professur nach Ablauf der zehn Jahre weiterzuführen.

Kompetenzzentrum

„Es soll ein Kompetenzzentrum Energienetze geschaffen werden“, erläuterte Prof. Eberhard Menzel. Daran beteiligen sollen sich nicht nur die Bereiche der Energietechnik oder Energiesysteme in Bottrop, sondern etwa auch das Energie- und Wassermanagement, das am Standort Mülheim angesiedelt ist.

Es ist nicht die erste Stiftungsprofessur, die RWE an der HRW fördert – es gab bereits eine im Gebiet Energieinformatik. „Die Unterstützung von Forschung und Lehre an den Hochschulen ist für uns wichtig, wenn wir an die Energiewende denken“, sagte Dr. Breuer. Vorteil für den Energieversorger: „Wir können Impulse setzen und unseren Bedarf, was Fachkräfte angeht, an die Hochschule spiegeln.“ Die Unabhängigkeit der Hochschule sei dabei wichtig, „denn wir wollen auch Impulse erhalten“, so der Leiter Neue Technologien/Projekte der RWE Deutschland AG. Kein Unternehmen solle glauben, dass es schon alles wisse.

Technik und Ökonomie

Stiftungsprofessor Jens Paetzold will mit Blick auf den künftigen zuverlässigen Betrieb der Energienetze ökonomische und technische Grundlagen untersuchen. „Die Ergebnisse sind dann sicher nicht nur für RWE interessant.“

Was den Betrieb der Energienetze vor Herausforderung stellt, ist etwa die weiterhin stärker werdende Einbindung alternativer Energien wie von Sonne oder Wind.