Elterngeld erhöht Beratungsbedarf

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Was wir bereits wissen
Seit Anfang des Jahres ist das neue Gesetz zum Elterngeld Plus in Kraft. Formal ändert sich einiges, so dass sich mehr Betroffene beraten lassen.

Bottrop..  Das neue Jahr bringt eine Umstellung für werdende Eltern mit sich: Sollte ihr Kind nach dem 1. Juli 2015 geboren werden, haben sie die Möglichkeit, das neue Elterngeld Plus in Anspruch zu nehmen. Das Gesetz dazu trat am 1. Januar in Kraft.

„Schätzungen zufolge wird sich die Anzahl der Elterngeld-Anträge in Bottrop nicht signifikant erhöhen“, so Paul Ketzer, Dezernent für den Fachbereich Jugend und Schule. Im vergangenen Jahr hätten rund 1000 Bottroper Elterngeld beantragt. „Nach Schätzungen des Bundes erhöht sich durch die neue Gesetzeslage der Beratungsbedarf der Betroffenen um bis zu 20 Prozent“, so Ketzer. Der Anstieg der Änderungsbescheide führe außerdem zu mehr Arbeit für die Verwaltung. Auch in Bottrop werden die Bürger sich wahrscheinlich verstärkt beraten lassen. „Ob der Mehraufwand mit den vorhandenen Möglichkeiten gedeckt wird, sollte nach einem Praxisjahr beurteilt werden können“, erklärt er.

Partnerschaftlichkeit

Mit der alten Regelungen sind Eltern für maximal 14 Monate (zwölf Monate plus zwei Partnermonate) bezugsberechtigt und erhalten je nach Monatseinkommen einen Satz zwischen 300 und 1800 Euro. Das Elterngeld Plus wird doppelt solange ausgezahlt, beträgt aber höchstens die Hälfte des regulären Elterngelds: „einschließlich der vier neuen Partnerschaftsbonusmonate liegt die maximale Bezugsdauer damit bei 28 Monaten“, so Ketzer. Vom Bonus Gebrauch machen können Paare, die sich Erwerbs- und Erziehungsarbeit teilen, also beide Teilzeit arbeiten.

Mit dem Elterngeld Plus soll so die Vereinbarkeit von Familie und Beruf erleichtert werden, ein früherer Wiedereinstieg in den Job möglich sein und mehr Familienzeit für beide Elternteile geschaffen werden. Zwar war auch unter der alten Regelung eine Teilzeittätigkeit möglich, dabei wurde aber ein ganzer Elterngeldmonat verbraucht. Die neue Regelung soll die Teilzeitarbeit bei Bezug des Elterngelds Plus rentabler machen. Für Eltern, die nach der Geburt des Kindes wieder als Teilzeitkraft in den Beruf einsteigen, lohnt sich Elterngeld Plus.

Kombination

Wer die ersten Monate Zuhause bleibt und danach wieder in den Beruf startet, kann auch eine Kombination aus Basiselterngeld und Elterngeld Plus wählen und während der Vollzeitbetreuung des Kindes den Basissatz beziehen. „Teilzeitarbeitende Eltern erhalten dadurch in der Summe mehr Elterngeld als bisher“, erklärt Ketzer.