Einzelhandelsverband stellt sich neu auf

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Was wir bereits wissen
Geschäftsführerin Claudia Zecca verlässt den Verband. Der gibt außerdem seine Räume auf und wird künftig mit der Kreishandwerkerschaft kooperieren.

Bottrop..  Der Einzelhandelsverband (EHV) in Bottrop steht vor Veränderungen. Die langjährige Geschäftsführerin Claudia Zecca verlässt den Verband im März. Das führt zu weitreichenden Veränderungen am Ort. Denn der Verband wird dann auch seine Geschäftsstelle an der Gladbecker Straße aufgeben. Allerdings wird er weiterhin eine Adresse in Bottrop unterhalten. Vorsitzender Jan-Gerd Borgmann kündigte eine Kooperation mit der Kreishandwerkerschaft an. Dort, im Haus des Handwerks, ebenfalls an der Gladbecker Straße, werde der Verband künftig eine Art „Repräsentanz“ beziehen. Einzelheiten dazu will der EHV im März vorstellen.

Für die Neuorganisation führt Borgmann zwei Gründe an. Zum einen wolle man als Verband vor Ort seine Strukturen auf den Prüfstand stellen. Das hatte er bereits bei seinem Amtsantritt im Mai des vergangenen Jahres angekündigt. Eine solche Überprüfung sei normal. Zum anderen gebe es auch auf Bundesebene Strukturbemühungen. Dort beschäftigten sich Kommissionen mit der Neuordnung der Interessenvertretung des Einzelhandels. Man reagiere auf die wirtschaftliche Entwicklung, sagt Borgmann. Denn bundesweit gehe der Trend zu immer mehr großen Filialisten im Einzelhandel, der inhabergeführte Betrieb sei auf dem Rückzug. Hinzu komme der Internethandel und der Direktvertrieb.

Für Filialisten sind manche Angebote des EHV nicht so wichtig. Etwa wenn es um Beratung in Fragen des Arbeitsrechts geht. In solchen Fällen helfen sich große Handelskonzerne mit ihren eigenen Juristen selbst. Und die Zeiten, in denen die EHV-Geschäftsstelle vor Ort die einzige Möglichkeit für Einzelhändler war, um an bestimmte Informationen zu gelangen, seien auch vorbei, meint Borgmann. Vieles stehe beispielsweise inzwischen als Service im Internet.

Der EHV-Vorsitzende erinnert daran, dass der Bottroper Verband schon seit 22 Jahren Teil des Vereins „Westliches Westfalen“ mit Gladbeck und Gelsenkirchen ist. „Und das ist landesweit schon die kleinste Einheit.“ Andere örtliche Zusammenschlüsse seien größer. Einzelhändler aus Bonn müssten etwa nach Köln, für Güterloh säßen Ansprechpartner in Münster oder Dortmund. Für Borgmann ist es wichtig, die Einheit westliches Westfalen und die Anlaufstelle vor Ort zu erhalten. Der örtliche Verband sei gut aufgestellt, das gelte insbesondere auch für die Finanzen, doch es sei sicher nicht nötig, dass innerhalb eines Vereins beispielsweise zwei Buchhaltungen – in Bottrop und Buer – existierten. Und im Moment sei der Bottroper Einzelhandelsverband in der Position, sich aus sich heraus zu verändern und selbst die Weichen zu stellen,