Einkauf-Shuttle für Senioren in Bottrop bleibt wohl Wunsch

Der Wunsch nach einem Shuttle-Bus, der Senioren zum Einkaufen fährt, wird in Bottrop immer mal wieder laut.
Der Wunsch nach einem Shuttle-Bus, der Senioren zum Einkaufen fährt, wird in Bottrop immer mal wieder laut.
Foto: Fotografie Olaf Fuhrmann
Was wir bereits wissen
Senioren wünschen sich einen solchen Einkaufs-Service. FürSupermarkt-Betreiber Triebe ist die Idee nicht neu - aber auch nicht lohnenswert.

Bottrop..  Am WAZ-Mobil an der Kommende in Welheim wurde der Wunsch geäußert, und auch Jutta Pfingsten, die Vorsitzende des Seniorenbeirates, machte den Vorschlag kürzlich in einem Gespräch mit der WAZ: „Die Lebensmittelhändler sollten sich Gedanken über einen Shuttle-Service für die ältere Bevölkerung machen“, regte sie an mit Blick auf die demografische Entwicklung und eine schlechte Infrastruktur in machen Stadtteilen.

Für Wolfram Triebe, Inhaber zweier Rewe-Lebensmittelmärkte und eines Getränkemarktes in Bottrop, ist die Idee nicht neu: „Das haben wir Anfang der 90er Jahre schon mal im Osten gemacht“, erzählt er. Damals betrieb er einen Supermarkt in Pößneck im östlichen Thüringen.

Die Gegend war ländlich, der öffentliche Nahverkehr schlecht, also habe man einen Bus eingesetzt, um die Kunden in den Supermarkt zu bringen. „Aber das hat nicht funktioniert,“ erinnert sich der Triebe. Manche Leute hätten zwar den Bus benutzt, anschließend aber nicht in seinem Supermarkt eingekauft. Nach rund eineinhalb Jahren habe man das Experiment wieder beendet.

„Ich glaube, das geht in die Hose“

Dass sich der Versuch für Bottrop lohnen würde, beispielsweise mit einem Busverkehr zur Welheimer Mark, bezweifelt Wolfram Triebe stark und sieht viele Probleme, angefangen von der Häufigkeit und der Dauer der Fahrdienste bis hin zu den Kosten und der möglichen körperlichen Einschränkungen der Kunden. „Ich glaube, das geht in die Hose“, sagt er. Außerdem, so führt Wolfram Triebe an, lägen direkt an seinen Supermärkten Bushaltestellen: „Die Leute könnten also mit öffentlichen Verkehrsmitteln kommen.“

Der Geschäftsmann verweist auch auf das Angebot, sich die Waren nach Hause liefern zu lassen, gegen eine Gebühr von fünf Euro: „Das wird ebenfalls kaum genutzt. Wir haben höchstens vier bis fünf Kunden, die das machen.“

Gesamtlösung

„Das lohnt sich letztlich nicht“, meint auch Thomas Bonrath zum Abholservice. Der Sprecher der Rewe-Gruppe erinnert daran, dass selbstständige Händler vorübergehend einen Shuttle-Bus in Eigenregie angeboten hätten, bei einem Umbau oder einem Umzug beispielsweise, um ihre Kunden zu halten. „Das hat sich nie so richtig bewährt.“ Die Probleme um den demografischen Wandel und eine sich verschlechternde Infrastruktur könne nur die örtliche Wirtschaft insgesamt lösen, meint Bonrath. Vielleicht ja auch mit einem Busdienst, der verschiedene Geschäfte anfährt.