Eingetretene Pfade bleiben bestehen
27.01.2012 | 17:23 Uhr 2012-01-27T17:23:00+0100
Bottrop. Seit einem Jahr hat die Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe die Notfallversorgung für junge Patienten neu geregelt. 32 Kinderärzte aus Gelsenkirchen, Herten, Gladbeck, Marl, Dorsten und Bottrop teilen sich seitdem die Notdienste am Mittwochnachmittag oder am Wochenende. Die Kinderärzte schieben nicht mehr in der eigenen Praxis Dienst, sondern fahren dazu in die Notfallambulanz, die der Kinderklinik am Bergmannsheil Buer angegliedert ist.
Rund 23 000 Kinder samt Eltern suchten hier im vergangenen Jahr Hilfe. Die Verantwortlichen ziehen nun eine positive Bilanz.
Bekommt der Nachwuchs am Wochenende plötzlich hohes Fieber oder wird der Husten nicht besser, muss ein Kinderarzt her. „Wir haben die Öffnungszeiten des Notdienstes vor einem Jahr deutlich ausgeweitet. Mit der Anbindung an die Kinderklinik in Buer haben wir außerdem unsere Versorgung optimiert“, berichtet Klaus Vogtmeier. Er ist niedergelassener Kinderarzt und koordiniert für die Kassenärztliche Vereinigung Westfalen Lippe den Notdienstplan.
Die Zentralisierung sei genau der richtige Schritt gewesen, findet er - auch aus Sicht der Bottroper, die mit ihrem Kind eine Notfallambulanz aufsuchen müssen: „Die Eltern treffen hier die Kinderärzte an, die sie schon kennen“, sagt Vogtmeier. „Damit ist eine lückenlose fachärztliche Betreuung garantiert.“
Klagen über zu lange Wege habe er noch nicht gehört. „Nein, über die A2 ist man ja ganz schnell hier.“ Außerdem seien auch die Wartezeiten für Eltern nun deutlich kürzer, argumentiert er.
Auch wenn die Ambulanz am Bergmannsheil nun primärer Ansprechpartner ist: Eine Konkurrenz zur Kinderklinik in Bottrop sieht Vogtmeier nicht. „Eingetretene Pfade bleiben auch im neuen System bestehen“, betont er.
Zustimmung kommt von Dr. Gerrit Lautner, ärztlicher Direktor der Kinder- und Jugendklinik im Bergmannsheil, die ab 22 Uhr die Notfallversorgung der kleinen Patienten übernimmt. „Die Zahlen der Bottroper Kinder, die wir in der nächtlichen Notfallambulanz aufnehmen, haben sich in den letzten beiden Jahren nicht verändert“, erklärt er. 2010 war von diesen kleinen Ambulanz-Patienten jeder 80. aus Bottrop, im letzten Jahr - nach der Neuerung - ebenfalls.
Auch seien in der Kinderklinik in Buer nicht mehr stationäre Patienten aus Bottrop aufgenommen worden wie man es sich hätte vorstellen können, wenn die Ambulanzen von mehr Bottropern besucht worden wären.
Im vergangenen Jahr mussten rund 400 Jungen und Mädchen aus Gelsenkirchen, Herten, Gladbeck, Marl, Dorsten und Bottrop dann auch gleich in der Klinik bleiben.
Insgesamt 500 000 Euro hat das Bergmannsheil im vergangenen Jahr in neue Praxisräume investiert, z.B. in sieben Behandlungszimmer.
07:51
Ich würde mit meinen Kindern immer zum EKO fahren. Das Marienhospital ist eine Katastrophe, die Klinik in Buer keine Alternative.