Eine Schachtel voll Design am Kiosk
19.02.2010 | 20:15 Uhr 2010-02-19T20:15:00+0100
Bottrop. Die Kulturhauptstadt will ab Mai das Sortiment von 30 ausgewählten Kiosken in der Region um Produkte bereichern, die nicht zum Standardangebot eines Büdchens gehören: Um Gebrauchsgegenstände, die das Prädikat Designerstücke verdienen.
Das Format ist vorgegeben - jedes Produkt muss in eine quadratische Schachtel mit elf cm Kantenlänge passen und soll nicht teurer sein als 20 Euro. Auch zwei Kioske in Bottrop beteiligen sich an der Verkaufsaktion, hinter der unter anderem der Verein „BochumDesign“ steht, der jährlich den Bochumer Designpreis verleiht. „Die Idee ist ganz witzig“, erklärt Marcel Preuß, der gemeinsam mit Tobias ten Hoopen als Inhaber die Bude an der Ecke Hans-Böckler- / Gustav-Ohm-Straße betreibt. „Es soll ja eine Aktion sein, die uns mal nichts kostet“, sagt Brigitte Halfar, Besitzerin des Kiosk an der Beckstraße.
Sie erhielt im Sommer 2009 einen Anruf von den Bochumer Mitarbeitern des Kulturhauptstadt-Projekts Designkiosk.2010, die ihre Idee schilderten und fragten, ob sie teilnehmen wolle. Brigitte Halfar glaubt, dass die Lage ihrer Trinkhalle am Fuße der Tetraeder-Halde dieses Interesse geweckt hat. „Das hört sich ganz gut an“, befand sie, und man wurde handelseinig: Vom 2. Mai bis 1. August wird sie in ihrem geräumigen Kiosk eine Vitrine mit den Design-Sammlerstücken aufstellen und sie zum Verkauf anbieten. Was die Kunden in den Schachteln finden werden, ist ihr ebenso unbekannt wie ihrem Kiosk-Kollegen Marcel Preuß. Seit der Vertragsunterzeichnung im vergangenen Jahr hat er noch nichts Näheres über die Aktion gehört, die dem ruhrgebiets-typische Büdchen die Weihen der Kulturhauptstadt verleihen will. „Gebrauchsgegenstände im weitesten Sinn“, hat Preuß erfahren, sollen die Kunden als 2010-Souvenir aus den Trinkhallen mitnehmen. Das lässt viel Spielraum - eine Grenze setzt nur die Kantenlänge elf cm.
Marcel Preuß brachte seinen Kiosk selbst ins Gespräch, nachdem er durch einen Radiospot auf das 2010-Projekt aufmerksam geworden war. Matthias Reckert, Vorsitzender des Vereins „BochumDesign“, begutachtete den Standort, wenige Gehminuten entfernt von Stadtgarten und Museumszentrum Quadrat, und die Trinkhalle wurde aufgenommen in die Designer-Riege. Die ausgewählten Kioske vertreiben unterschiedliche Designerstücke: „Wer die gesamte Kollektion kaufen will, muss durch das ganze Ruhrgebiet tingeln“, erklärt Preuß das Prinzip. Zu dieser aufwändigen Tour entlang der Designkiosk-Route zwischen Dortmund und Duisburg, Hattingen und Recklinghausen soll es eine Alternative geben: Im März 2010 wird in Recklinghausen ein mobiler Designkiosk vorgestellt. Er bietet alle Produkte aus den 30 Kiosken gebündelt an - als Edition 2010, sozusagen.
20:42
Najaa Frau Schmand. Da fehlt doch jetzt die Streckenführung für die Designkiosk-Route. Wo bekommt die denn der Nicht-Ruhrpottler?