Eine Oper für Kinder: Der Prinz küsst Rosalie wach

Das Ensemble Banda Stagione, Solisten, Dozenten und der Kinderchor der Musikschule setzen „Dornröschen“ für den Kinderklassikklub in Szene.
Das Ensemble Banda Stagione, Solisten, Dozenten und der Kinderchor der Musikschule setzen „Dornröschen“ für den Kinderklassikklub in Szene.
Foto: W. Labus / FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Dornröschen - das erfolgreiche Kinderoper-Projekt von Andreas N. Tarkmann feiert Premiere im Kammermusiksaal.

Bottrop.. Die Handlung ist seit der Märchensammlung der Gebrüder Grimm bestens unter „Dornröschen“ bekannt: Rosalie, das seit langem gewünschte Kind des Königspaares, wird von der bösen Fee Kora verflucht – aus Rache, weil sie nicht zu den geladenen Gästen einer großen Feier im Schloss gehörte. An ihrem 15. Geburtstag sticht sich die Prinzessin an einer Spindel und fällt, zusammen mit dem gesamten Hofstaat, in einen hundertjährigen Schlaf. Dann endlich wird sie von einem Prinzen, der die gefährliche Dornenhecke rund um den Turm durchschneidet, wach geküsst… Jubel bei allen. Eine Hochzeit steht an.

Goldener Käfig

Das Grimm-Duo griff bei dieser Mär auf französische (Charles Perrault), italienische und spanische Wurzeln und Mythen zurück. Das zeigt, wie der Stoff in vielen Ländern schon vor Jahrhunderten beeindruckte. Und es gibt viele Deutungen der Geschichte. Ein Mädchen im goldenen Käfig, den die Eltern aus Sorge um ihre behütete Tochter errichtet hat; ein Schlaftraum, der aus Angst vor der „schrecklichen“ Welt erfunden wird; ein Wachküssen der jungen Frau durch einen Helden usw. Da klingt schon Richard Wagners Brunnhilde aus dem „Ring des Nibelungen“ an.

Soweit vertieft sich der gefragte Komponist Andreas N. Tarkmann, 59, Professor in Mannheim, nicht in das längst auch vertanzte und verfilmte Märchen. Seine expressive Musik verlangt viel von den Interpreten (kleines Orchester, Chor und sechs Solisten): Die Partitur ist in ihrer Mischung aus „minimal music“ und dramatischer Zuspitzung anspruchsvoll. Umso höher ist das Ergebnis zu bewerten: Um Konzertmeister Alban Beikircher, Elisabeth Otzisk (Amaryllis und Inszenierung), Ilse Ortmann (Erzählerin) und das Ensemble „Banda Stagione“ bildete sich eine ambitionierte Musikschul-Gruppe aus Solisten, Chören und vielen Helfern (Kostüme, Bühnenbild, Technik), die das wunderschöne Projekt bild- und glaubhaft und mit Märchenmagie stemmten. Es gab langen, langen Beifall!

Weitere Mitwirkende

Neben den bereits erwähnten Verantwortlichen wirkten u.a. mit: Birgit Stübler (Kora), Melanie Borchert (Rosalie), Tobias Kubiczek (Prinz/Koch), Martin Nesemann (König) und – im Kammerorchester - Andreas Trenk (Akkordeon). Die Aufführung sollte weiter gereicht werden!