Eine Heizung für eine Schule in Bosnien

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Die Bottroperin Amela Halilovic hat sich viel vorgenommen: Sie will den Frauen und ihren Kindern in ihrer Geburtsstadt Bosanska Krupa in Bosnien helfen – den Frauen, die während des Bosnien-Krieges (1992- 1995) Entsetzliches erleiden mussten. Sie hat inzwischen viele kleinere Hilfsaktionen – vor allem Kleiderspenden – für Bosnien organisiert. Doch nun hat sie ein ganz spezielles, großes Hilfs-Projekt gestartet: Sie will, dass die Grundschule in Bosanska Krupa endlich eine neue Heizung bekommt. Die ersten Vorbereitungen für den Einbau der Heizung sind bereits abgeschlossen, bald, so hofft sie, kann mit der Installation begonnen werden.

„Ich weiß, der Tag hat 24 Stunden, aber ich hab den Eindruck, dass meine Uhr einfach zwischendurch stehen bleibt“, sagt die überaus engagierte Frau über die unendlich vielen Vor-Arbeiten, die erledigt werden mussten. Mehrfach ist sie seit dem Herbst mit weiteren Unterstützern, die sie in den vergangenen Monaten für die Sache begeistert hat, nach Bosnien gefahren.

Denn die Hilfe sei extrem dringlich. „Der Keller der Schule steht regelmäßig unter Wasser“, erklärt die 35-Jährige, die als Kind selbst die Schrecken des Bosnienkrieges erlebt hat. „Aber in diesem Winter ist die Lage besonders schlimm. Eine Flutkatastrophe hatte den Keller im Sommer überflutet, das Wasser stand 1,60 Meter hoch.“ Und seither sei der Heizkessel der Schule nicht mehr zu benutzen, seither gibt es keine Heizung mehr für die 1600 Kinder. „Und niemand kümmert sich darum, weil überall das Geld fehlt“, beklagt sie. „Keine Behörde fühlt sich zuständig, die Menschen bleiben sich selbst überlassen.“

Die Kinder der Schule, die Klassen 1 bis 9, würden seit dem Herbst in einem benachbarten Gymnasium mit unterrichtet. „Aber die Verhältnis sind katastrophal“, beschreibt sie die Situation. Das Gymnasium sei überhaupt nicht für so viele Schüler ausgelegt. Teilweise werde in drei Schichten mit verkürzten Stunden unterrichtet, teilweise finde der Unterricht parallel statt. „Die Kinder müssen sich vor jeder Unterrichtsstunde einen neuen Raum suchen. Sie sagen mir: Wenn wir gerade die Schul-Bücher ausgepackt haben und zu schreiben beginnen, dann ist die Stunde schon vorbei und wir müssen woanders hin, wieder einen anderen Raum suchen.“ Das sei unzumutbar, die Kinder seien kaum in der Lage, sich auf den Unterricht zu konzentrieren.

Doch nun sei Hilfe in Aussicht. Die „Stiftung für Menschen in Not“ in Castrop-Rauxel und ihr Vorstands-Mitglied Herbert Schröer unterstützen das Hilfs-Projekt der Bottroperin mit großem Engagement. „Wir sind überzeugt davon, dass wir in Bosnien helfen müssen“, begründet Schröer den Einsatz. „Wir sind für die Lehrer und die Kinder die letzte Hoffnung“, sagt der frühere Leiter einer Werkstatt für Behinderte nach einer Bosnien-Reise erschüttert über die Zustände.