Eine geschätzte Kollegin verabschiedet sich

Angelika Wölk an ihrem Arbeitsplatz, den sie am Freitag räumte. Sie geht in die passive Phase der Altersteilzeit.
Angelika Wölk an ihrem Arbeitsplatz, den sie am Freitag räumte. Sie geht in die passive Phase der Altersteilzeit.
Foto: Winfried Labus / FotoPool
Was wir bereits wissen
Redakteurin Angelika Wölk geht nach über 30 Jahren bei der WAZ in den Ruhestand. Sie trug zuletzt die Verantwortung für die Bottroper Lokalseite „Menschen und Vereine“.

Bottrop..  Angelika Wölk geht in den Ruhestand. Die langjährige WAZ-Redakteurin hatte die vergangenen zweieinhalb Jahre über die Ereignisse in Bottrop berichtet, vor allem über menschliche Schicksale, Biografien oder Vereine und Gruppen mit besonderem sozialem Engagement. Zudem begleitete sie die Entwicklungen und Ereignisse in den Kirchen und religionsnahen Verbänden. Kein Zufall also, dass sie für die Lokalseite „Menschen & Vereine“ verantwortlich zeichnete.

Zuverlässig wie ein Schweizer Uhrwerk, nie überfordert, ausgestattet mit Empathie, kritischem Blick und einer spitzen Feder, immer fair, mit heiterem Gemüt im Kollegenkreis. Dies sind vielleicht die Kernattribute, die auf Angelika Wölk zutreffen und die sie in den dreißig Jahren ihrer Redakteurstätigkeit zur anerkannten Journalistin machten.

Eigentlich wollte sie sich nur ein paar Mark zu ihrem Anglistik-/Germanistik-Studium in Aachen hinzu verdienen, als sie Theateraufführungen besuchte und ihre Berichte den Aachener Nachrichten anbot. Aber da war sie dann plötzlich im Metier. Nach dem Magister-Abschluss und dem Staatsexamen nahm sie 1984 bei der WAZ eine Pauschalisten-Stelle an, qualifizierte sich schnell für ein Volontariat und ging als Jungredakteurin zunächst ins Lokale nach Witten, Recklinghausen und Herne. Als eine Stelle im Politik-Ressort zu besetzen war, wechselte sie in ihre Heimatstadt Essen, an den Hauptsitz der WAZ, wo sie die nächsten 25 Jahre arbeiten sollte.

Spezialistin

Die Chefredaktion bot ihr eine Spezialisierung an. Neben der politischen Berichterstattung sollte sich Angelika Wölk um den Bereich Kirche kümmern. Und sie wurde zu einer Spezialistin mit umfangreichen Kenntnissen auf diesem verwinkelten, oft abgeschotteten Terrain. Verbunden mit ihrem Ressort waren zahllose Reisen in Länder auf verschiedenen Kontinenten.

Als sich der Verlag eine umfangreiche Strukturreform verordnete und sowohl seine Ablaufprozesse wie seine Personalstärke deutlich veränderte, fand Angelika Wölk die Zeit für gekommen, selbst noch einmal eine Veränderung anzustreben. In Bottrop übernahm sie im Juni 2012 eine Stelle als Lokalredakteurin. Sie wollte gegen Ende ihrer beruflichen Laufbahn wieder ganz nahe ans Geschehen und die Menschen rücken.

Intensive Begegnungen

„Ich habe gerade hier die Arbeit sehr genossen“, resümiert Angelika Wölk. „Dass ich so viele intensive Begegnungen haben durfte und so viele Projekte kennenlernen konnte, die etwas bewegen, hatte ich nicht erwartet. Ich denke, solche Menschen und ihr Engagement machen einen guten Teil dieser Stadt aus.“

Die 61-Jährige verabschiedet sich nun in die passive Phase der Altersteilzeit. Sie ahnt, dass ihr der Kollegenkreis und die journalistische Arbeit fehlen werden. Aber sie freut sich zugleich auf mehr Zeit für ihr Hobby, dem Windsurfen.