Einbrecher nutzen die Urlaubszeit

Wenn Einbrecher in der Urlaubszeit merken, dass ein Haus nicht bewohnt wird, nutzen sie die Gelegenheit.
Wenn Einbrecher in der Urlaubszeit merken, dass ein Haus nicht bewohnt wird, nutzen sie die Gelegenheit.
Foto: picture alliance / dpa
Was wir bereits wissen
Die Polizei rät die geplante Reise nicht an die große Glocke zu hängen. Nachbarn, Freunde oder Verwandte sollten zu Hause Anwesenheit simulieren

Bottrop..  Ein maskierter Mann mit Brecheisen in der Hand, darunter steht: „Ich möchte mich bei allen bedanken, die auf Facebook posten, wann sie im Urlaub sind. Wegen der hohen Arbeitsbelastung wird es mir nicht möglich sein, jeden persönlich zu besuchen. Ich bitte hierfür um Verständnis.“ So pfiffig warnt zum Beispiel die Polizei Hagen im Netz auf Facebook vor Einbrechern.

Tatsächlich sind Einbrecher in der Urlaubszeit verstärkt aktiv. Das bestätigt die Sprecherin der hiesigen Polizei, Ramona Hörst. „In der Statistik geht die Kurve dann noch einmal nach oben“, sagt sie mit Blick auf die letzten Jahre. Mehr als 150 000 Einbrüche zählten die Statistiker 2014 bundesweit, in Bottrop waren es über 300.

Dringend rät die Polizei daher, die geplante Reise vorher nicht an die große Glocke zu hängen. Waren auch schon in der Vergangenheit überquellende Briefkästen oder heruntergelassene Rollos für Einbrecher ein Zeichen, dass das Haus zurzeit unbewohnt ist, sind nun auch öffentlich im Internet gepostete Urlaubsbilder oder gar die kompletten Reisedaten für manchen Einbrecher ein Anreiz.

Am besten sei es, Verwandte, Freunde oder vertraute Nachbarn über den geplanten Urlaub zu informieren und sie zu bitten, den Briefkasten zu leeren, die Rollläden zu öffnen und zu schließen, um so Anwesenheit zu simulieren. Das sei immer noch ein wirksames Mittel zur Abschreckung, sagt Ramona Hörst. Außerdem: Wenn Nachbarn wüssten, dass niemand zu Hause ist, sei auch die Kontrolle besser. „Ihnen fällt dann möglicherweise noch eher auf, wenn plötzlich doch Licht in der Wohnung an ist oder wenn Unbekannte ums Haus streichen.“

In solchen Fällen sollten die Beobachter die Polizei informieren. „Es ist hilfreich bei einer Fahndung, wenn sie uns dann auch noch Kennzeichen oder Personenbeschreibungen durchgeben können.“ Deshalb rät Ramona Hörst zu genauen Beobachtungen.

Ähnliche Aufrufe formuliert auch das bundesweit aktive „Netzwerk Nachbarschaft“. Wenn Nachbarn einander kennen, fielen unbekannte Menschen schneller auf. Oft helfe es, sie dann freundlich anzusprechen, zu fragen, inwieweit man helfen könne. Das signalisiere Aufmerksamkeit. Das rät auch die Deutsche Annington ihren Mietern. Auch Zeitschaltuhren, die das Licht steuern, können Anwesenheit simulieren, so der Tipp des Wohnungsunternehmens.

Generell rät die Polizei dazu, Fenster und Türen mit Riegeln zusätzlich zu sichern, so mache man Einbrechern das Eindringen so schwer wie möglich und häufig gäben sie auf, wenn es zu lange dauert, so Ramona Hörst.