Einblick wünschen nur wenige
16.02.2010 | 18:06 Uhr 2010-02-16T18:06:00+0100
Bottrop.Unterschwellig unterstellen viele Patienten Ärzten und auch Krankenkassen Mogeleien bei der Abrechnung. Dabei könnten sie es doch genau wissen, was der Doktor gemacht und in Rechnung gestellt hat. Aber nur wenige nutzen das Angebot der Patientenquittung.
Die können nämlich seit 2004 gesetzlich Versicherte bei ihrer Krankenkasse auf Nachfrage bekommen. Was Privatpatienten durch die Rechnungen, die sie erhalten, kontrollieren können, ist damit auch für die anderen Versicherten möglich geworden. Damit wird nicht nur die Zahl der Arztbesuche und der veranlassten Untersuchungen etc. transparent, sondern der Patient erhält auch ein Gefühl für Kosten. Was er aber offensichtlich gar nicht gerne will,
Zwischen vier und sechs Nachfragen habe es in den Jahren der neuen Regelung gegeben, sagt Wilhelm Schmitz, Pressesprecher der AOK für die Bereiche Bottrop, Gelsenkirchen und den Kreis Recklinghausen. Für alle drei Städte, wohlgemerkt. „Damals wurde über diese Möglichkeit intensiv diskutiert“, kann er sich an die Klagen über mangelnde Transparenz erinnern. In Anspruch genommen wurde das neue Angebot aber kaum.
Auch bei der Bundesknappschaft ist die Resonanz auf die „Aktion Einblick“ wie die Knappschaft die Transparentmachung nennt recht gering, sagt Pressesprecherin Susanne Heinrich. Bundesweit - und nur diese Zahlen kann das Computersystem ausspucken - wurden im Vorjahr von der Knappschaft 6522 Anträge mit Nachfragewünsche bearbeitet - bei insgesamt 1,7 Mio Versicherten.
Manche Patienten wollen gelegentlich, manche aber regelmäßig alles ganz genau wissen, haben sozusagen einen Dauerauftrag bei der Knappschaft und erhalten einmal im Quartal aufgeführt, was sie gekostet haben. „Der Hauptgrund ist aber nicht Misstrauen - wir haben auch eigentlich keine Auffälligkeiten bemerkt - sondern einfach der Informationsbedarf. Die Versicherten wollen einfach wissen, was alles so kostet.“
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