Ein Wohnzimmer für die große Vonderorter Familie
26.10.2009 | 10:00 Uhr 2009-10-26T10:00:00+0100Bottrop. Anne und Alfred Weber eröffneten vor einem halben Jahr den Suitbert-Treff. Inzwischen kommen im Schnitt 40 Gäste in der Woche.
Aus den Fenstern fällt warmes Licht ins triste Oktobergrau. Die Tür steht weit offen, lädt ein einzutreten, Platz zu nehmen, zu verweilen. Vom benachbarten Tisch dringt Gelächter herüber. Fünf Frauen sitzen beim morgendlichen Kaffeeklatsch, lachen, quatschen, tauschen sich aus. Alfred Weber genießt sie sichtlich, diese aufgeweckte Morgenstimmung. Ein wenig Stolz schwingt in seiner Stimme mit, als er sagt: „Der Suitbert-Treff ist ein Erfolg.”
Sie wollten etwas bewegen, er und seine Frau Anne, wollten Vonderort wieder einen Treffpunkt bieten, einen Ort schaffen, an dem man sich wohlfühlt. So eröffneten sie im Pfarrheim den Suitbert-Treff. Ein halbes Jahr ist das nun her, viel Lob haben sie erhalten für ihr ehrenamtliches Engagement, viel Bestätigung bekommen: „Das schönste Kompliment sind die Stammgäste”, freut sich Alfred Weber.
Der Kreis junger Familien etwa hat seine Treffen in den Suitbert-Treff verlegt. Fünf junge Frauen sind es an diesem Morgen, manchmal mehr. „Es ist einfach nett, in der Früh einen kleinen Plausch zu halten”, schwärmt Margret Schulte im Walde. „Auch der Service ist sehr gut. Es ist schön, dass es so ein Cafe´ in Vonderort gibt.” Die Beziehung zwischen Alt und Jung habe sich verbessert, seit die Webers dienstags und donnerstags die Tore des Pfarrheims öffnen, berichtet Luitgard Spitz-Schilgen. „Früher lebte man einander vorbei. Nun kennt man sich, bleibt stehen, wenn man einander auf der Straße begegnet, unterhält sich ein wenig.”
Kein Senioren-Cafe´ wollten sie gründen, das war den Webers von Anfang an wichtig. Sie wollten Anlaufstelle für den gesamten Stadtteil sein, für alle Bürger, jung und alt. „Nun kommen etwa 40 Gäste pro Woche, die einen direkt nach der Acht-Uhr-Messe, die andern später”, berichtet Alfred Weber. 60 Cent kostet ein Brötchen oder ein Stück Kuchen, denn verdienen will das Ehepaar am „Suitbert-Treff” nicht. Ihnen gehe es nur darum, das Leben in ihrem Stadtteil, in dem sie seit mehr als 30 Jahren wohnen, ein wenig attraktiver zu machen, der großen Vonderorter Familie wieder ein Wohnzimmer zu geben – und das ist er wohl, der „Suitbert-Treff”: die gute Stube von Vonderort.
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