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Stellkeswägg

Ein Stimmungsfeuerwerk für die Familie

12.02.2012 | 16:06 Uhr
Ein Stimmungsfeuerwerk für die Familie
Farbenprächtige Kostüme und ein Programm mit viel Musik und Tanz prägen die Prunksitzung der Karnevalsgesellschaft Stellkewägg am Samstag in der Aula der Willy-Brand-Gesammtschule. Fotografie Winfried Labus / WAZ Foto Pool

Bottrop. Die Prunksitzung von Bottrops ältester Karnevalsgesellschaft Stellkeswägg 1881 war nicht nur ein geniales Stimmungsfeuerwerk, sondern auch eine Feier der Generationen – ganz so, wie Karneval sein muss.

Die Prinzentanz der Garde KG Boy. Foto Winfried Labus / WAZ Foto Pool

Ob Biene Maja oder Captain Jack Sparrow, Hochseekapitän oder cooler Rocker – Verkleidung ist bei den Sitzungen von Stellkeswägg einfach ein Muss. Das gilt natürlich besonders für dieses Jahr, in dem die Gesellschaft ihren des 131.Geburtstag bestreitet: „Wir feiern volkstümlich und bürgerlich und haben alles, was der Karneval vertragen kann“, begrüßte Präsident und Moderator des Abends, Franz-Ludwig „Conny“ Conrady im Namen seines „9er-Rates“ die gut gelaunte Stellkeswägg-Narrenfamilie. Unter die feierlustigen Jecken mischten sich auch eine ganze Reihe von Ehrengästen, darunter Delegationen aller Bottroper Karnevalsgesellschaften sowie des Bürgerschützenvereins Eigen. Und weil das diesjährige Motto der Sitzung „Innovation City pur – Stellkeswägg feiert mit Bravour“ lautete, gab sich auch der von Präsident Conny so bezeichnete „Oberboss“ Bernd Tischler die Ehre.

Eine maritime Ecke in der Aula. Foto Winfried Labus / WAZ Foto Pool

Das bunte Programm des Abends eröffnete niemand geringeres als die Tollitäten Dirk II. und Sylvia I. – Ehrensache, dass ihnen erst einmal der Stellkeswägg-Hausorden verliehen wurde. Im Gegenzug vergab das Stadtprinzenpaar seine Orden an besonders verdiente Mitglieder der Karnevalsgesellschaft. Als „ne bonte Pitter“ alias Edgar Andres aus Belgien die Bühne eroberte, gab es für das närrische Publikum einiges auf die Lachsmuskeln: „Früher war alles besser“, stellte er in der Bütt fest, „da fandste noch Frauen, die kochten wie Muttern. Heute gibt et nur noch welche, die saufen wie Vattern.“ Auch der Disput eines Ehepaars, den der „bonte Pitter“ so lebhaft schilderte, dürfte den Narren im Gedächtnis geblieben sein: „Da sagt Sie: ‚Wenn ich mich über dich aufrege, dann werde ich zur Furie! Und wat machst du? Du gehst ins Bad. Wat machst du denn da, wat dich so beruhigt?‘ Darauf Er: ‚Ich putze das Klo – mit deiner Zahnbürste‘“ – Klar, dass es da für die Jecken kein Halten mehr gab. Und als die Stimmungsband „So la la“ aus Heinsberg mit Frontmann Jürgen Rütten den Saal betrat, erreichte die Stimmung ganz schnell einen weiteren Höhepunkt.

Ein buntes Bild an Kostümen. Foto Winfried Labus / WAZ Foto Pool

Ein Medley aus verschiedenen Karnevals-Hits und teilweise umgedichteten Popschlagern riss die Narrenfamilie von den Stühlen, es wurde geklatscht, geschunkelt und mitgesungen. Dieser Auftritt war Präsident Conny dann auch sogleich die erste Stimmungsrakete des Abends wert. Und am Ende des gelungenen Programms mit viel Musik, Tanz und Heiterkeit blieb kein Zweifel: Das war wieder 100 Prozent Stellkeswägg. „Die Stimmung hier ist einfach immer klasse“, freute sich die langjährige Stellkeswägg-Närrin Christel Mader, „und das ist etwas ganz besonderes. Schließlich hat Stellkeswägg den Karneval in unserer Stadt von Anfang an forciert und aufgebaut. Stellkeswägg ist eine gewachsene Gesellschaft – und einfach ein Original.“

Christina Banne

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