Ein Mädchen träumt, eine Königin zu sein

Szene aus der Oper „Rumpelstilzchen“ der Opernwerkstatt am Rhein, die jetzt beim KinderKlassikKlub im Bottroper Kammerkonzertsaal zu sehen war.
Szene aus der Oper „Rumpelstilzchen“ der Opernwerkstatt am Rhein, die jetzt beim KinderKlassikKlub im Bottroper Kammerkonzertsaal zu sehen war.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Im Bottroper Kammerkonzertsaal stand beim „KinderKlassikKlub“ das Märchen „Rumpelstilzchen“ der Gebrüder Grimm als Oper für Kinder von Andreas Winkler auf dem Programm. Viel Beifall bei vollem Haus

Bottrop..  Es ist alles wirklich „märchenhaft“: Die Müllerstochter Kunigunde will so gern eine Königin sein, der König findet die junge Dame zwar reizvoll, will aber erst noch reicher werden und wünscht sich Gold, Gold, Gold, ein quicker Kobold lässt sich von der Musik verzaubern und hilft der jungen Frau aus Mitleid bei ihren Prüfungen – und schließlich, wenn das Märchen ins Tragische zu kippen scheint, findet Kunigunde doch eine Lösung, die die Dramatik zum Ende abwendet.

Weisheit des Märchens

In der Weisheit des Märchens konzentriert sich einmal alles: „Rumpelstilzchen“ als Modell zum Lernen über das Leben, über menschliche Schwächen und Sehnsüchte, über göttliche (?) Fügungen und den Glauben an sich selbst. Und auch ein Märchen von der Liebe.

Im weiter bestens angenommenen KinderKlassikKlub des Kulturamtes gastierte im Kammermusiksaal die „Opernwerkstatt am Rhein“ mit einer Bearbeitung der literarischen Vorlage. Andreas Winkler komponierte die Musik, Martin Brenne schrieb das Libretto, Julia Walsh inszenierte: „Rumpelstilzchen“ als ebenso muntere wie bunte oder auch unterhaltsame Geschichte von Menschen und Wesen in einem Zwischenreich der Wirklichkeiten. Selbst Unmögliches wird dann möglich…Die Winklersche Partitur, interpretiert von drei Instrumentalisten (Klavier, Klarinette, Cello) und einem gut aufgelegten und technisch ausgebildeten Solisten-Quartett mit Carmen Bangert, Stephan Wurfbaum, Sarah Schnied und Patricio R. Pereira, changiert zwischen Neoklassik und neuer Einfachheit: Das alles klingt auf der bilderbuchfarbigen Bühne von Claudia Radowski professionell und abgestimmt auf das junge Publikum. Eine Prise Ironie lockert Szene, Musik und Handlung auf. Das Auditorium hat seinen Spaß, wenn Kunigunde trickst und wenn Rumpelstilzchen seine überwirklichen Kräfte „spielen“ lässt… Und über allem prangt der weiße Mond wie ein Spielkamerad, der die Geschichte begleitet und leitet. Sitzen die Gebrüder Grimm etwa auf dem Mond, um von dort die Erde und die Menschen zu beobachten und zu unterhalten?

Für das Vokalensemble und die Instrumentalisten gab es viel Beifall. Und: Die „Opernwerkstatt am Rhein“ sollte wiederkommen.