Ein Berufsleben im Dienst der Allerkleinsten

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Ihre Schützlinge sind viel zu klein, viel zu leicht und haben viel zu früh das Licht der Welt erblickt. Gabi Keldenich ist Kinderkrankenschwester auf der Frühgeborenenstation K2 im Marienhospital. Bereits seit über 30 Jahren arbeitet die 53-Jährige hier, leitet die Station seit 1995 und nennt diese schmunzelnd und überzeugt: „Meine zweite Heimat.“

Schon als Grundschülerin und Jüngste unter fünf Geschwistern spürte die gebürtige Bottroperin ihren Draht zu Fürsorge und Unterstützung: „Ich kümmerte mich gern um die kleineren Geschwister meiner Freundinnen und Freunde“, erinnert sich Gabi Keldenich. Und als 16-jährige Schülerin arbeitete sie bereits alle zwei Wochen im Sonntagsdienst am Marienhospital. „Ich durfte Säuglinge wickeln und füttern“, erzählt die Kinderkrankenschwester. „Besonders gern kümmerte ich mich um die Kinder, die wenig Besuch bekamen.“ Sie habe keinen Sonntagsdienst ausfallen lassen, auch nicht, wenn dieser auf Weihnachten oder Ostern fiel. „Um sieben Uhr morgens war ich zur Stelle.“ Nach dem Abitur 1981 am Josef-Albers-Gymnasium sei eine Ausbildung zur Kinderkrankenschwester fast selbstverständlich gewesen. Drei Jahre dauerte die Lehre an der damaligen Kinderkrankenpflegeschule des Marienhospitals. „Dann hatte ich die Wahl zwischen einer Stelle auf der Frühgeborenenstation oder in der Endoskopie. Ich entschied mich natürlich für die Kinder“, schmunzelt Gabi Keldenich. „Und habe es nie bereut!“

Sie habe immer gewusst, dass es eine wunderbare Arbeit sei - wenn alles gut läuft. „Aber das weiß man auf einer Frühgeborenenstation natürlich nie.“ Der Alltag in der Neonatologie habe sich im Laufe der Jahrzehnte sehr gewandelt.

„In den 80er Jahren betreuten wir hier Frühchen ab etwa der 28. Schwangerschaftswoche, und oft überlebten sie nicht“, erinnert sich die Kinderkrankenschwester. „Heute haben Frühchen ab der 23. Schwangerschaftswoche große und gute Chancen.“ Seit 2013 ist die Frühchenstation des MHB als Perinatalzentrum der höchsten Stufe qualifiziert.