Ein Ausflug in die Romantik des Nordens

Henri Sigfridsson spielt am 10. Mai im Kammerkonzertsaal Werke seines finnischen Landsmannes Jean Sibelius.
Henri Sigfridsson spielt am 10. Mai im Kammerkonzertsaal Werke seines finnischen Landsmannes Jean Sibelius.
Foto: Dietmar Wäsche / WAZ Fotopool
Was wir bereits wissen
Mit zwei Abenden ist das renommierte Klavier-Festival Ruhr auch in diesem Jahr wieder in Bottrop vertreten. Mona Asuka Ott und Henri Sigfridsson gastieren im Mai im Lokschuppen und im Kammerkonzertsaal.

Bottrop..  Seit vielen Jahren gehört Bottrop zu den regelmäßigen Spielorten des Klavier-Festivals Ruhr. Im vergangenen Jahr entdeckten Programmplaner, Sponsoren aber auch das Publikum den historischen Lokschuppen als Spielort. Der alte Industrieort trägt. Nicht als nur als atmosphärische „Location“ für so genannte Events, sondern überraschenderweise auch als akustisch ernst zu nehmender Raum für klassische Konzerte.

Dass im Mai die junge Mona Asuka Ott nach ihrem „Lokschuppen“-Debüt nun erneut dort zu hören ist, hat eher wenig mit dramaturgischer Einfallslosigkeit zu tun, sondern mit dem Erfolg der letzten Saison. So ist es Festival-Intendant Franz-Xaver Ohnesorg ein Anliegen, die Entwicklung gerade auch junger Künstlerinnen und Künstler zu beobachten - und auch das Festivalpublikum daran teilhaben zu lassen.

Schwerpunkt Romantik

„Das geht selbstverständlich nicht immer, aber gerade hier bei Mona Asuka traf es sich, dass nicht nur die Familie Müller als Sponsoren (MC Bauchemie, Anm. d. Red.) die Pianistin nach ihrem Auftritt im vergangenen Jahr gerne wieder hören wollte, sondern wir auch immer wieder versuchen, das Prozesshafte einer jungen künstlerischen Karriere zu zeigen“, sagt Ohnesorg.

So begibt sich Ott nach Bach und Beethoven im letzten Jahr nun auf die Spuren Mendelssohns, u.a. Präludium und Fuge Nr. 1 e-Moll oder zweier „Lieder ohne Worte“, und vor allem Schuberts. Dessen Sonate a-Moll op. 164 von 1817 steht nach dem mehrgliedrigen Mendelssohn-Teil sicher im Zentrum des Abends, bevor sie mit Liszts „Rhapsodie espagnole“ wohl überbordend wie technisch versiert einen virtuosen Abschluss liefern wird.

Demgegenüber gehört Henri Sigfridsson, der den zweiten Bottroper Abend des Festivals gestaltet, bereits zu den international etablierten Künstlern. Der 40-jährige Finne, der neben der Hochschule Hans Eisler (Berlin) auch eine Professur an der Essener Folkwang-Universität innehat, widmet sich drei Tage später, am 10. Mai, im Kammerkonzertsaal ausschließlich dem Werk seines Landsmannes Jean Sibelius, der vor 150 Jahren geboren wurde.

Die Impromptus op. 5 stehen ebenso auf dem erneut von Arcelor Mittal (Kokerei Prosper) ermöglichten Konzert, wie Sibelius’ Klavierbearbeitung von „Belsazar’s Gastmahl“ op. 51 oder der grandiosen „Finlandia“. So bietet das Programm nicht nur eine interessante Mischung originär solistischer Klavierwerke des nordischen Romantikers, sondern dessen ebenso anspruchsvolle Bearbeitungen großer Orchesterwerke.

Regelmäßiger Festival-Gast

Sigfridsson ist seit vielen Jahren nicht nur Gast beim Klavier-Festival Ruhr, sondern auch bei vielen anderen internationalen Festivals, wie beispielsweise den Salzburger Festspielen, dem Beethoven Festival Bonn, der Styriarte, oder dem Lucerne Festival. Kammermusikalisch arbeitet er mit Künstlerpersönlichkeiten wie Gidon Kremer, Mischa Maisky, Leonidas Kavakos, Patricia Kopachinskaya oder Sol Gabetta zusammen.

Termine: 7. und 10. Mai, jeweils 20 Uhr. Info und Karten: Tel.: 01806-500 803 oder www.klavierfestival.de