Ehrenamtliche leitet in Bottrop Beerdigungen

Unter den Ehrenamtlichen, die jetzt in den Bestattungsdienst des Bistums eingeführt wurden, ist auch Bottroperin Hildegard Hüffer (4.v.r.).
Unter den Ehrenamtlichen, die jetzt in den Bestattungsdienst des Bistums eingeführt wurden, ist auch Bottroperin Hildegard Hüffer (4.v.r.).
Foto: Volker Wiciok
Was wir bereits wissen
Die Bottroperin Hildegard Hüffer aus der Pfarrei St. Joseph hat am ersten Qualifizierungskurs im Bistum Essen für den Beerdigungsdienst teilgenommen.

Bottrop..  Im Bistum Essen haben neue Zeiten begonnen. Ab sofort dürfen auch Ehrenamtliche Verstorbene bestatten. In der vergangenen Woche haben die Absolventen des ersten Qualifizierungskurses in Essen ihre Beauftragung, eine Urkunde und eine Albe erhalten, das liturgische Gewand, das in Zukunft bei Beerdigungen tragen werden. Eine der Teilnehmerinnen des ersten Kurses war die Bottroperin Hildegard Hüffer von der Pfarrei St. Joseph.

Hildegard Hüffer ist schon seit vielen Jahren an vielen Stellen in ihrer Gemeinde St. Pius aktiv, arbeitet hier auch als Küsterin. „Ich habe eine neue Herausforderung gesucht“, erklärt sie ihre Teilnahme an dem ersten Qualifizierungskurs. „Wenn ich gebraucht werde, stehe ich bereit“, sagt sie zu künftigen Einsätzen und möchte lieber kein großes Aufhebens um ihre eigene Person machen.

Sechs Ehrenamtliche im Qualifikationskurs

Info-Abend im Juni

Sechs Ehrenamtliche hatten sich für den ersten Kurs gefunden, der von Nicole Stockhoff, Referentin für Liturgie, und Michael Kampmann, Diözesanreferent für Krankenhausseelsorge, im Bistum Essen konzipiert und geleitet worden ist. Seit September sind die Teilnehmer auf ihre neue Aufgabe in sechs ein- bis zweitägigen Einheiten in Theorie und Praxis vorbereitet worden. Dabei ging es etwa um die Theologie von Tod und Trauer, um den Ablauf einer Begräbnisfeier oder das Bestattungsgesetz. Ebenso wichtig aber war, das Trauergespräch mit Angehörigen oder die Traueransprache zu üben.

Zum Einsatz kommen die Ehrenamtlichen in Zukunft in Absprache mit den Seelsorgern der Gemeinden vor Ort. Sie werden dann alle Aufgaben übernehmen, angefangen vom ersten Trauergespräch den Angehörigen bis zur Bestattung auf dem Friedhof und vielleicht darüber hinaus, wenn die Hinterblieben dies wünschen.

Was im Bistum Essen jetzt erst eingeführt wird, der Bestattungsdienst durch Ehrenamtliche, ist in anderen Bistümern wie Aachen oder Freiburg, längst üblich. Aber auch im Bistum Essen übernehmen schon Laien anstelle eines geweihten Priesters Beerdigungen. Gemeinde- oder Pastoralreferenten, die eine entsprechende Weiterbildung durchlaufen haben, werden dafür schon eingesetzt.

Neues Konzept für das Ehrenamt

Dass nun auch Ehrenamtliche zum Einsatz kommen, ist Teil eines neuen Konzeptes. „Schön wäre es, wenn unsere Kirchengemeinden zu einem neuen Umgang mit Tod und Trauer finden. Denn die Sorge um die Toten und Hinterbliebenen gehört zu den wichtigsten Aufgaben der Gemeinde und ihrer Seelsorger“, betont Nicole Stockhoff. Tod und Sterben sollte stärker als bisher in den Gemeinden präsent sein, die Gemeinden sollten ihre Toten beerdigen.