Drei-Städte-Zwangsehe hielt kein Jahr

Zur Stadt Bottrop gehörte vor 40 Jahren nicht nur Kirchhellened, sondern auch Gladbeck.
Zur Stadt Bottrop gehörte vor 40 Jahren nicht nur Kirchhellened, sondern auch Gladbeck.
Foto: WAZ
Was wir bereits wissen
Nach Neujahr 1975 war Bottrop um zwei Orte größer: Kirchhellen und Gladbeck. Wer Glabotki sagte, musste am Tresen Strafe zahlen.

Gebietsreforn hätte teures Personal gespart

Noch am Silvestertag sei Verwaltungschef Werner Gareiß ins Gladbecker Rathaus gereist und habe neue Siegel und Briefköpfe mitgebracht, erinnerte sich der Gladbecker Manfred Braun. Schon am 2. Januar hätten Bottroper Möbelwagen vor dem Rathaus gehalten: „Das hatte nicht nur Symbolcharakter, tatsächlich wurden Möbel abtransportiert und sogar, viel wichtiger, Akten rausgeholt“, sagte der 86-Jährige. Viele Dienststellen seien nach Bottrop gewechselt.

Die Möbelwagen waren auch noch Mitte Januar und weitaus länger unterwegs, und sie holten nicht nur etwas aus Gladbeck ab. Denn alle publikumswirksamen Ämter sollten damals zumindest mit Nebenstellen in allen drei Gemeinden bleiben. Ins Gladbecker Rathaus sollten die EDV-Zentrale der gemeinsamen Stadtverwaltung sowie das Liegenschaftsamt, Schulamt, Sozialamt, Jugendamt, Wohnungsamt oder Friedhofsamt einziehen.

Mit der Städte-Ehe wären übrigens Personalkosten eingespart worden: fünf Beigeordneten- und 13 Stellen im höheren Dienst, wie Bottrops Stadtdirektor Bernd Schürmann (†) 1975 auflistete.