Drei Schritte vorwärts beim Verkehr

Lückenschluss: Die Horster Straße wird zwischen Friedrich-Ebert-Straße und Ostring ausgebaut.
Lückenschluss: Die Horster Straße wird zwischen Friedrich-Ebert-Straße und Ostring ausgebaut.
Foto: Labus / FUNKE Foto Services

Das Pfingstfest ist eigentlich kein Anlass für Geschenke, aber Bottrop hat trotzdem welche bekommen. Erst schickte Landesverkehrsminister Michael Groschek den Bewilligungsbescheid für den Ausbau des fünften und letzten Bauabschnitts der Horster Straße. Und Freitag beschloss der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr den neuen S-Bahn-Takt für das Ruhrgebiet (die WAZ berichtete), der Bottrop eine zusätzliche stündliche Bahnverbindung nach Recklinghausen bringt sowie eine Anbindung an Oberhausen und den Niederrhein durch die RB 33.

Die Rhein-Niers-Bahn RB 33 verbindet bisher den Niederrhein über Oberhausen mit Wesel. Mit dem Fahrplanwechsel im Dezember 2019 fährt sie stattdessen einmal die Stunde von Oberhausen nach Bottrop. Die direkte Anbindung an den Niederrhein ist eine gute Nachricht. Für die Menschen in Feldhausen und in Gladbeck gibt es aber auch eine schlechte: Mit dem Fahrplanwechsel 2019 soll der RB 44 „Der Dorstener“ entfallen, der bisher vom Hauptbahnhof Bottrop über Boy, Zweckel und Feldhausen nach Dorsten fährt. Feldhausen verliert dadurch eine zweite Verbindung nach Bottrop neben dem stündlich fahrenden Regionalexpress 14 („Der Borkener“). Das muss allerdings nicht das letzte Wort sein. VRR-Vorstand Martin Husmann hat auf der Sondersitzung der Verbandsversammlung angekündigt „notwendige Detailanpassungen“ könnten auch später noch vorgenommen werden. Und: Kommunale Verkehrsunternehmen wie die Vestische sind aufgerufen, sich auf die Änderungen im Takt einzustellen.

Für zusätzliche Angebote steht auch Geld zur Verfügung: Um für die Verkehrsunternehmen mit Blick auf Mehraufwände (z.B. durch die Anpassung wichtiger Zubringer-Linien zur S-Bahn) Planungssicherheit zu schaffen, stellt der VRR von den durch die Taktumstellung erwarteten Mehreinnahmen im Schienenpersonennahverkehr jährlich drei Millionen Euro für einen Zeitraum von fünf Jahren zur Verfügung.

Eine uneingeschränkt gute Nachricht ist die neue S-Bahn-Verbindung nach Recklinghausen im Stundentakt. Für die Reaktivierung der so genannten „Hertener Bahn“ muss der Verkehrsverbund allerdings auch Geld in die Hand nehmen. Die Summe ist jedoch überschaubar, sagt VRR-Sprecher Holger Finke. Für den Güterverkehr werden die Schienen noch auf der ganzen Strecke genutzt; ausgebaut werden müssten dafür lediglich stillgelegte Haltepunkte.

Für den Ausbau der Horster Straße zwischen Friedrich-Ebert-Straße und Ostring schließlich gibt das Land 1,82 Millionen Euro. Das Gesamtprojekt wird rund 4,33 Millionen Euro kosten.