Drei Familien im Energie-Wettstreit
17.12.2009 | 16:20 Uhr 2009-12-17T16:20:00+0100Bottrop. Einen solchen Wettbewerb hat es in der Region noch nicht gegeben: Drei Familien aus Bottrop, Gelsenkirchen und Gladbeck kämpfen zurzeit auf einer Art Rallye gegen Energiefresser.
Jeden Monat müssen die Königs aus Bottrop, die Jeromins aus Gelsenkirchen und Miebergs aus Gladbeck eine neue Aufgabe bewältigen, jeden Monat lernen sie neue Tricks und Kniffe, wie sie in ihren Vier-Personen-Haushalten Strom, Gas und ganz nebenbei auch noch bares Geld sparen können. Aber am Ende entscheidet der Stromzähler: Die Familie, die nach einem halben Jahr die meiste Energie eingespart hat, gewinnt einen zweiwöchigen Wellness-Urlaub der Extraklasse. Veranstalter dieser Rallye ist der regionale Energieversorger ELE.
„Mit Energiesparen sollte man sich heute einfach beschäftigen”, findet Dirk König aus Bottrop. Der 44-jährige Familienvater, seine Frau Jutta und die Kinder Nils (12) und Luisa (9) waren gespannt auf die sechs Monate, die vor ihnen im Oktober vor ihnen lagen: „Wir haben uns selbst ein wenig Druck aufgelegt, das macht die Sache reizvoll.”
Zu Beginn bekamen die Häuser der Familien intelligente Zähler, so genannte „Smartmeter”, für Strom und Gas eingebaut.
Das erste Hilfsmittel zum Energiesparen, das ihnen im November angeboten wurde, war ein Erdgasauto. Und das ist Familie König nach einem Monat so richtig ans Herz gewachsen. Den ganzen November über testete sie den Passat TSI Ecofuel auf seine Alltagstauglichkeit. „Im Vergleich zur ersten Generation Erdgasautos ist das ein Quantensprung”, kann Dirk König nun sagen. Bei einem Punkt bleibt er skeptisch: „Bevor ich wirklich auf ein Erdgasauto umsteige, würde ich mich noch mal genau über das bundesweite Tankstellennetz informieren.” Im Emscher-Lippe-Land gibt es je eine Tankstelle in Gelsenkirchen, Bottrop und Gladbeck.
Heizen und Lüften
So nehmen die Familien also Fahrt auf für die Themen der folgenden Monate: „Heizen und Lüften”, „Thermografie und Blower Door”, „Beleuchtung”, „Stand-by-Verluste” sowie „Waschen und Trocknen” sind weitere Meilensteine der Energiespar-Rallye. Dabei werden sie an bestimmten Punkten vor die Entscheidung gestellt: Geben sie dem Hilfsmittel im Alltag eine Chance oder nehmen sie lieber den Gegenwert in bar?
Im Dezember bedeutet das, die Heizung von einer Firma professionell warten zu lassen oder 200 Euro für andere Zwecke ins Portemonnaie zu stecken. (fri)
11:19
Zum Thema Geld sparen beim Energieverbrauch zitiere ich Mieterbund-Präsident Dr. Franz-Georg Rips:
Gaspreise: Riesige Preisunterschiede vor Ort
Mieterbund ruft Vermieter zu Preisvergleich und Anbieterwechsel auf
(dmb) Mitten im Winter dreht sich die Preisspirale bei Gas, so dass wieder höhere Heizkosten drohen. Während etwa 40 Gasanbieter in der laufenden Heizperiode die Preise senken, erhöhen rund 70 Anbieter die Preise. Nach aktuellen Angaben der Verbraucherportale Verivox, CHECK24 und TopTarif wird Gas hier zum 1.12.2009 bzw. 1.1.2010 um 4,8 Prozent teurer, in der Spitze um etwa 10 Prozent. Konsequenz ist, dass es vor Ort riesige Preisunterschiede bei Gas gibt.
„Die Höhe der Heizkosten 2010 kann von der Wahl des Gasversorgers abhängen“, erklärte der Präsident des Deutschen Mieterbundes (DMB), Dr. Franz-Georg Rips, in Berlin. „Wir fordern Vermieter auf, den aktuellen Tarif ihres Gasversorgers und Vertragspartners zu prüfen und mit anderen möglichen Anbietern zu vergleichen. Bei eklatanten Preisunterschieden müssen Vermieter den Anbieter wechseln“, forderte der Mieterbund-Präsident.
Rips berief sich dabei auf den Grundsatz der Wirtschaftlichkeit, der im Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) im Zusammenhang mit dem Betriebskosten-Recht verankert ist.
„Der Vermieter muss alle zumutbaren Anstrengungen unternehmen, um günstige Konditionen bei der Bewirtschaftung des Mietobjekts zu erreichen“, erklärte Rips, „Das bedeutet, es gilt das Gebot der Sparsamkeit. Der Vermieter muss auch alternative Angebote einholen, um überzogene Preise auszuschließen.“
Nach Mieterbund-Recherchen schwanken die Gaspreise bei den günstigsten und teuersten Anbietern in den Großstädten Berlin, Hamburg, München und Köln zwischen 25 und 37 Prozent. Häufig bietet der größte lokale Anbieter mehrere Tarife mit Preisunterschieden von durchschnittlich 7 Prozent an. „Hier ist der Vermieter gefordert, im Interesse seiner Mieter den Gasanbieter und den Gastarif zu prüfen und, wenn wirtschaftlich vernünftig, zu wechseln“, forderte Rips.
Wer als Vermieter gegen das Wirtschaftlichkeitsgebot verstößt, riskiert Schadensersatzansprüche seiner Mieter bei der nächsten Heizkostenabrechnung, warnte der Mieterbund-Präsident. Entscheidend sei hier die Frage: „Hätte der Vermieter die Kosten auch dann verursacht, wenn er sie selbst tragen müsste und nicht auf die Mieter umlegen dürfte?“
Quelle: http://dmb-ge.de/frameset05.html