Dieser Skiclub in Bottrop bietet ganzjährig Abfahrten an

Das Alpincenter ist der „Hausberg“ der Snowriders.
Das Alpincenter ist der „Hausberg“ der Snowriders.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Vor zwei Jahren gründeten sich die „Snowriders“. Das Alpincenter ist ihr „Hausberg“. Die Mitglieder gehen dort mit eigener Ausrüstung auf die Piste.

Bottrop..  Tobias Krauel ist Skilehrer und Leiter der Skischule „Top on Snow“ im Alpincenter Bottrop.

Dort hat sich zugleich ein Skiclub angesiedelt, der für sich in Anspruch nehmen darf, ganzjährig Abfahren anbieten zu können. Für die „Snowriders“, wie sich der Club nennt, übernimmt Tobias Krauel die Verwaltung und die Organisation.

Wir haben mit ihm gesprochen.


Die Snowriders gibt es nun schon seit über zwei Jahren. Wie ist die Idee zu diesem Skiclub entstanden?
Wir haben ein Angebot, das nennt sich „Skifahren all inclusive“. Das bezieht sich größtenteils auf Tagesgäste. Die Gäste bekommen so alle angebotenen Leistungen wie zum Beispiel das Skimaterial, das Essen, die Getränke und den Tageseintritt. Das ist natürlich für denjenigen, der es in Anspruch nimmt, günstig. Aber Stammgäste oder auch fortgeschrittene Ski- oder Snowboardfahrer brauchen dieses Gesamtpaket nicht. Sie haben zum Beispiel eigenes Material. Dann sind 38 Euro, die immer wieder täglich anfallen, auch nicht mehr so günstig. Also haben wir irgendwann gesagt: Wäre es nicht schön, im Ruhrgebiet einen Skiclub zu haben, der eine eigene Piste hat? Das Modell ist vergleichbar mit einem Fitnessclub. Die Mitglieder haben einen monatlichen Beitrag mit einer entsprechenden Leistung. Wir wollten dem Normalverbraucher, der nicht in einem Verein organisiert ist, eine Plattform bieten.


Welches Angebot erwartet die Snowriders außerdem?
Das Angebot wird natürlich angereichert. Hier gibt es zum Beispiel besondere Events, einen Skitest oder Workshops zur Ski- und Snowboardpflege, aber auch Ausflüge oder Reisen. Eigentlich bieten wir alles an, was mit Wintersport zu tun hat. Das ist für alle interessant, die sich im Wintersport auskennen oder auch auskennen möchten.


Anfänger sind bei Ihnen also falsch?
Nein, die Snowriders sind auch etwas für Anfänger. Ihnen bringt das allerdings nur etwas, wenn sie schon ein wenig können. In der Mitgliedschaft sind zum Beispiel auch Rabatte auf Skikurse enthalten. Wenn jemand Ski- oder Snowboardfahren lernen will, dann macht er gerade am Anfang normalerweise einen Kurs. Viel passiert aber über die Schnee- und Pistenzeit. Insofern ist es günstig, selber trainieren zu können. Aber es gibt kein standardisiertes Angebot für Anfänger.


Gibt es Bedingungen, um ein Snowrider zu werden, zum Beispiel Alter oder Gesundheit?
Nein, eine Beschränkung gibt es so nicht. Auch das ist wie im Fitnessclub. Wenn sich jemand sportlich betätigen möchte, dann haben wir da erst einmal nichts gegen. Jeder sollte natürlich wissen, ob seine Gesundheit das auch mitmacht. Für Kinder müssen selbstverständlich die Eltern haften und vor allem auch die Beiträge bezahlen. Die Eltern brauchen aber keine passiven Mitglieder zu sein. Ansonsten setzen wir nur die Kenntnis der Pistenregeln voraus.


Bei Ihnen gibt es also kein Mindestalter für eine Mitgliedschaft?
Wir haben kein fixiertes Mindestalter. Der gesunde Menschenverstand spielt natürlich mit. Die Eltern entscheiden selbst, wann sie ihr Kind allein auf die Piste lassen. Das hat auch etwas mit den FIS-Regeln und den Kenntnissen über den Sport zu tun. Wenn ein sechsjähriges Kind beispielsweise ohne Eltern Mitglied werden soll, fragen wir uns, wie die Eltern das umsetzen. Denn das ist ohne Aufsicht gefährlich.

Anfänger werden intensiv betreut

Ist bei einer so bunt gemischten Gruppe ein gemeinsames Training überhaupt möglich?


Wir bieten regelmäßig so genannte Snowriders-Coachings an. Die sind nicht Themen-gebunden und auch nicht Niveau-bezogen, sondern eher ein gemeinsames Treffen mit einem Snowboard- oder Skilehrer, der dann Einzelkorrekturen vornimmt und Tipps gibt. Es ist kein enges Kursprinzip, sondern eher ein gemeinsames Ski- oder Snowboardfahren. Das macht natürlich erst ab einem gewissen Level Sinn. Schließlich braucht ein Anfänger intensive Betreuung auf dem Einsteigergelände. Das Coaching findet im steileren Bereich statt. Um die Basics sollten sich die Mitglieder vorher schon kümmern und ein gewisses Fahrkönnen mitbringen, um an den Angeboten teilnehmen zu können.


Hat sich seit der Gründung der Snowriders etwas verändert?
Im Prinzip nicht. Wir haben es ursprünglich darauf ausgelegt eine Community zu gründen. Wir haben also auch Stammtische angeboten, bei denen die Mitglieder sich austauschen konnten. Aber der Austausch lässt sich ganz schlecht terminlich fixieren. Das ist eher ein Selbstläufer. Die Snowriders lernen sich bei verschiedenen Events oder beim Training kennen und organisieren sich dann untereinander selbst. Wir wollen den Mitgliedern den Zugang zu sportspezifischen Themeninhalten ermöglichen und bleiben auch dabei. Gesellschaftliche Inhalte sind eigentlich nicht gefragt.