Die Vonderorter Schützen übernehmen das Tennisheim

Manfred Martens, Alfred Demond und Norbert Zbocna in den Umkleiden, die zum Schießstand werden sollen.
Manfred Martens, Alfred Demond und Norbert Zbocna in den Umkleiden, die zum Schießstand werden sollen.
Foto: FUNKE FotoServices
Was wir bereits wissen
Zum Jahresende hat sich der TC 69 Vonderort aufgelöst. Jetzt haben die Schützen das Gelände gepachtet und bauen das Haus zur neuen Heimat um.

Bottrop.. Noch sind die Umkleiden nach Männlein und Weiblein getrennt, das gleiche gilt für die Duschräume im ehemaligen Vereinsheim des Tennisclubs Vonderort an der Vonderbergstraße.

Doch die neuen Hausherren planen den Durchbruch. Die Mauer zwischen den Umkleiden und auch die Duschräume sollen verschwinden. Dort, wo sich bisher die Tennisspieler auf ihren Sport vorbereiteten, soll in Zukunft ein Schießstand entstehen. Zum Jahresbeginn haben die Vonderorter Schützen das Haus übernommen. Für die Dauer von 50 Jahren pachtete der Bürgerschützenverein das Gelände von der Stadt.

Schließlich waren die Schützen aus dem Stadtteil schon lange „heimatlos“. Als der Jägerhof 2008 geschlossen wurde, kamen sie zwar im Heimanns Eck unter, ihren Schießstand konnten sie dort aber nicht aufbauen. Stattdessen nutzen sie den des BSV Stadtmitte in den Alten Stuben. Inzwischen ist auch das Heimanns Eck Geschichte, und bei den Schützen hat sich irgendwann der Gedanke durchgesetzt: „Wenn wir in Vonderort bleiben wollen, dann müssen wir selbst etwas machen“, wie Alfred Demond sagt, erster Vorsitzender des Vereins.

Ehrentafel hängt bereits an der Wand

In den wenigen Tagen seit Jahresbeginn haben die Schützen schon einiges geleistet. Der Farbgeruch liegt noch schwer in der Luft, doch das eigentliche Vereinsheim, der Gastraum, strahlt schon wie neu. Am Kopfende des Raumes hat die Ehrentafel des Vereins ihren Platz gefunden. Am Tisch davor sitzt der Damenstammtisch und knobelt. Denn das neue Schützenheim soll selbstverständlich Treffpunkt für die Mitglieder sein – aber nicht nur.

Demond und seine Mitstreiter hoffen, dass das Heim auch für andere Vonderorter zum Anlaufpunkt wird – ist nach Schließung des Heimanns Ecke doch auch ein Schalke-Fanclub ohne Heimat. Bis dahin ist allerdings noch einiges zu tun. Denn auch den Bau einer neuen Zufahrt hat sich der Verein vorgenommen. Einen Bagger haben sie in Vereinskreisen bereits organisiert, erzählt Norbert Zbocna. Und so packen viele der rund 75 Mitglieder mit an und leisten ihren Beitrag – jeder so, wie er kann. Etwa bei der Grundreinigung des Thekenbereichs. Oder bei der Reinigung und dem punktuellen Nachstreichen der filigranen Wabenkonstruktion unter der Decke.

Treffpunkt für Feste im Stadtteil

Beim BSV Vonderort weiß man, dass der Verein vom Aus des Tennisclubs profitiert. Das vergesse man bei aller Freude auch nicht, sagt Geschäftsführer Manfred Martens. Deshalb habe man zunächst nach Möglichkeiten gesucht, ob nicht beide Vereine die Räume gemeinsam nutzen könnten. Doch zu groß sind die unterschiedlichen Bedürfnisse. Umso mehr freuen sich die Vonder­orter Schützen, nun wieder eine Heimat in ihrem Stadtteil zu besitzen. Auch die Arbeitsgemeinschaft Vonderorter Vereine, die viele Feiern wie etwa Osterfeuer oder Martinszug im Stadttail organisiert und in der selbstverständlich auch die Schützen Mitglied sind, freut sich über einen neuen Standort für Aktionen und Feste.