Die Suche kann langwierig sein

Diese Betriebsübergabe ist deutlich von dem guten Verhältnis der Beteiligten untereinander geprägt. So waren sich beide Seiten schnell einig, sich beim Kaufpreis an der Einschätzung der Handwerkskammer zu orientieren. Vortkamp: „Wir gehen seit Jahren fair und gut miteinander um. Das Vertrauen ist da.“

Vertrauen

Vertrauen haben die beiden neuen Geschäftsführer der Glaserei, in der zwei Gesellen beschäftigt sind, auch in die Zukunft ihres Handwerks. „Glas ist ein innovativer Bau- und Werkstoff; im Bau wird viel damit gemacht“, so Marion Hennecke. Stark in den letzten Jahren: Küchenrückwände oder Treppengeländer aus Glas. „Und es ist ein kreativer Job, zu dem viel Beratung gehört“, ergänzt Vortkamp.

Und ihre Vorgänger? Nun, Johannes Hennecke will jetzt erstmal rund ums eigene Heim tätig werden – und seine Modelleisenbahn mal wieder fahren sehen. Sein Bruder Georg möchte „da weitermachen, wo ich vor 30 Jahren aufgehört habe – mit der Malerei.“ Für ihre Altersvorsorge haben sie beizeiten privat gesorgt. Ein Baustein ist die Miete für die Geschäftsräume, die ihnen ihre Nachfolger nun zahlen.

Wenn weder jemand aus der Familie noch ein Meister aus dem Betrieb die Firma übernehmen möchte, gibt es die Möglichkeit, einen Nachfolger über die Betriebsbörse der Handwerkskammer (HWK) zu finden. Die Suche kann langwierig sein, und nicht immer ist der erste Interessent auch der richtige, warnt die HWK Münster. Daher der Rat: Nicht zu spät anfangen.

„Ein großes Thema bei der Betriebsübergabe ist die Frage: Was ist mein Betrieb wert?“, sagt Britta Schulz, Abteilungsleiterin betriebswirtschaftliche Beratung bei der HWK Münster.