Die „Scala“ teilt das Schicksal vieler Kinos und wird Supermarkt

Was macht man mit einem Kinosaal, der nicht mehr gebraucht wird. Die Frage, die sich heute leider auch bei manchen Kirchenbauten stellt, beantworten viele Kinobetreiber seit den 70er Jahren, indem sie ihre schönen Säle an Super- oder Baumärkte vermieten oder verkaufen.

Auch die „Scala“, einst Zeichen für Wirtschaftswunder und Unterhaltungshunger, musste sich - wie alle anderen Bottroper Kinos auch - wirtschaftlichen Zwängen beugen und schließen. Nur 15 Jahre nach der festlichen Einweihungen mit OB und Honoratioren montiert man die Technik ab und ein Supermarkt zieht ein.

Dabei war Besitzer Kurt Heintze , der auch den Gladbecker Architekten Kurt Baldenbach Mitte der 50er Jahre mit dem Neubau der „Scala“ beauftragt hatte, ein Mann vom Fach. Er erwirbt nach seiner Übersiedlung aus Plauen in der damaligen DDR, wo er bereits ein Kino betrieb, auch das benachbarte „Thalia“-Kino.

Die „Scala“ war, wenn auch nicht im gleichen Maße wie die „Schauburg“, auch Schauplatz für andere Kulturelle Veranstaltungen.

Die „Schauburg“ mit ihrer Tradition, die noch in die 20er Jahre zurückreicht, ist bis zuletzt Ort für Theateraufführungen aber auch Konzerte. Noch nach dem Krieg gab es dort größere Sinfoniekonzerte. Und die erste Oper, die wahrscheinlich komplett in Bottrop aufgeführt wird, ist Mozarts „Die Hochzeit des Figaro“ - auch im Kino, eben der alten „Schauburg“ im Jahr 1926.

Ende der 80er Jahre gibt es nur noch die beiden kleinen Ableger „Schauburg 3 und 4“, die, wie Wilfried Krix in seiner Schrift erwähnt, 1995 endgültig schließen. Seither hält das kommunale Kino im Filmforum und das dortige Seniorenkino die cineastische Fahne hoch.