Die neue Marschrichtung
24.01.2008 | 18:42 Uhr 2008-01-24T18:42:05+0100In einer Sonderkonferenz wollen die Ratsfraktionen einen Wegweiser für die nächsten zehn Jahre entwickeln. Experten sollen dann die Details beisteuern
In diesem Frühjahr wird es eine Sonderkonferenz geben, in der die Bottroper Politik ihre wirtschaftliche Marschrichtung für die kommenden zehn Jahre anvisiert. Dieses Treffen soll Findungscharakter haben, ohne bereits Details festzuschreiben. Die gilt es in einem dann anlaufenden und moderierten Prozess zu benennen und umzusetzen. Das kündigten gestern Oberbürgermeister Peter Noetzel und der Vorsitzende des Wirtschaftsförderungsausschusses, Hermann Hirschfelder, an.
Schon in dem WAZ-Interview mit dem OB zum Jahreswechsel und in den Etatberatungen der beiden großen Ratsfraktionen wurde die Forderung laut: Die Stadt muss sich dringend ein Konzept überlegen, wie sie ihre Wirtschaftskraft stärkt und neue Arbeitsplätze generiert. Rechtzeitig, bevor eines Tages die rund 6000 Arbeitsplätze im Bergbau wegbrechen könnten.
"Alle Fraktionen sind sich einig", sagt Hirschfelder, "dass diese Aufgabe von einer neu einzurichtenden Geschäftsstelle unter der Leitung einer fachlich kompetenten Kraft koordiniert werden muss." Wer auch immer diese Person ist - ob aus der Verwaltung oder, wie von Renate Palberg (Wirtschaftsexpertin der SPD) favorisiert, von außen kommend - sie wird die Ideen umzusetzen haben, die in der Sonderkonferenz und den noch folgenden Projektausschüssen entwickelt werden.
Die Verwaltung wird in den nächsten vier bis sechs Wochen das Grundlagenmaterial zusammenstellen, das für die erste "Zukunftskonferenz" die Datenbasis liefert. Da geht es unter anderem darum, wie viel Flächenpotenzial in Bottrop vorhanden ist, um neue Gewerbe- oder Industriegebiete auszuweisen.
Der ganze Prozess soll neben Politikern von Wirtschaftsfachleuten aus verschiedenen Unternehmen und Verbänden, Wissenschaftlern und Unternehmensberatern begleitet werden. Noetzel: "Dieses Projekt muss sich in der Region verzahnen. Wir werden darüber hinaus die Landesregierung mit einbeziehen, schon weil es hier auch um Unterstützung für eine Stadt geht, aus der sich der Bergbau möglicherweise zurückziehen wird."
Der Oberbürgermeister, unter dessen Gesamtregie das Vorhaben gestellt ist, sieht für die Stadt großen Nachholbedarf bei der so genannten "wissenschaftsbasierten Wirtschaft". Noetzel nennt beispielhaft: "Die Wasserstoff-Forschung in Verbindung mit der Brennstoffzelle ist noch längst nicht ausgereizt. Deshalb gibt es bereits erste Kontakte zu RWE, die an dieser Technologie arbeiten. Hier könnte ich mir ein zukunftsträchtiges Feld für Bottrop vorstellen." Kommentar
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