Die Menschen in Bottrop trauern um die Absturzopfer

Die Martinskirche (Bild) wie auch die Cyriakuskirche boten sich am Mittwochvormittag als Orte der Trauer und Andacht an.
Die Martinskirche (Bild) wie auch die Cyriakuskirche boten sich am Mittwochvormittag als Orte der Trauer und Andacht an.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Die Opfer des Flugzeugabsturzes und ihre Angehörigen stehen im Mittelpunkt von Andachten, von Beileidsschreiben und Aufarbeitungen in Kindertagesstätten.

Bottrop.. „In dieser Andacht sind wir in Gedanken bei den Opfern des Flugzeugunglücks und ihren Angehörigen.“ Pfarrer Steffen Riesenberg spricht vor einer Handvoll Menschen in der Martinskirche.

Die wenigen, die an diesem späten Mittwochvormittag den Weg hergefunden haben, sind zutiefst ergriffen. Darunter eine Frau, deren enge Freundin Opfer des Absturzes wurde. „Es gibt keine Worte, die ausdrücken, was ich fühle. Ich weine und bete“, sagt sie. Sie brauche Zeit für ihre Trauer und Menschen, die ihr zuhören. Einer davon ist ihr Begleiter: „Ich helfe meiner Freundin so gut ich kann. Wenn sie reden möchte, reden wir, wenn sie weint, halte ich sie und bin für sie da.“

Britta Schmidt, eine weitere Teilnehmerin an dieser Andacht: „Jeden Tag sterben Menschen auf der Welt, aber dieser Flugzeugabsturz hat mich besonders mitgenommen, weil Haltern so nahe ist. Es hätte auch eine Gruppe aus Bottrop sein können. Meine Bekannte fliegt demnächst nach Spanien. Jetzt habe ich Angst um sie.“

Beileidsschreiben des OB

Oberbürgermeister Bernd Tischler wandte sich gestern mit einem Beileidsschreiben an seinen Amtskollegen in Haltern am See, Bodo Klimpel. „Meine Gedanken sind bei den Menschen, die sich an Bord der Maschine befunden haben, und bei ihren Angehörigen.“

Tischler spricht seine tief empfundene Teilnahme für den Verlust der Menschen aus, der die lebendige Stadtgesellschaft mit besonderer Härte getroffen habe. „Ich wünsche den Angehörigen, den Schülern sowie den Bürgern von Haltern die Kraft, diese schwierige Situation bewältigen zu können.“

Als Zeichen der Verbundenheit und Anteilnahme gedachten Kinder und Mitarbeitende des KiTa-Zweckverbands, dem in Bottrop zwölf Einrichtungen angehören. Sie zündeten Kerzen an und schlossen Opfer wie Angehörige in ein Gebet ein.

Das Unglück war auch vielen Kindern nicht verborgen geblieben. In den Familien war die Berichterstattung am Dienstag allgegenwärtig. „Dies gilt es nun in den Kindertageseinrichtungen aufzuarbeiten“, meinte Peter Wenzel, Geschäftsführer des Zweckverbands. „Weil sich unter den Opfern auch junge Menschen aus dem Ruhrgebiet befinden, die ihre Zukunft noch vor sich hatten, wird die Tragödie besonders greifbar.“

Wie wichtig in solchen belastenden Tagen Gemeinsamkeit ist, versuchte Pfarrer Steffen Riesenberg in der Martinskirche deutlich zu machen: „Es ist wichtig, dass die Menschen in ihrer Fassungslosigkeit nicht alleine bleiben, dass wir uns austauschen und im Gebet bei den Opfern und deren Angehörigen sind.“