Die Kinder sollen sich in Bottrop sicher fühlen

Leila Atris mit dem erst dreijährigen Abdel-Karim und ihren älteren Kindern Jaafar (12), Doha (10) und Mohamed (9), die jetzt eingebürgert worden sind.
Leila Atris mit dem erst dreijährigen Abdel-Karim und ihren älteren Kindern Jaafar (12), Doha (10) und Mohamed (9), die jetzt eingebürgert worden sind.
Foto: Labus / FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Für ihre Kinder wünscht sich Leila Atris aus dem Libanon ein sicheres Leben. Sie selbst hat sich als Mädchen immer vor der Abschiebung gefürchtet.

Bottrop..  Stolz sehen Jaafar (12), Doha (10) und Mohamed (9) aus, als sie die Bühne im Kammerkonzertsaal betreten und Oberbürgermeister Bernd Tischler die Hand schütteln. Seit 2014 sind die drei nun auch auf dem Papier Bottroper - was das genau bedeutet, können sie vielleicht nur erahnen.

Leila Atris, die ihre Söhne auf die Einbürgerungsfeier der Stadt Bottrop begleitet, weiß es genau. Obwohl oder gerade weil sie selbst offiziell keine Deutsche ist. „Dabei lebe ich hier, seit ich zwei Jahre alt bin“, bemerkt sie.

1986 sind ihre Eltern aus dem Libanon geflohen, weil dort der Krieg tobte. Aus Angst um ihr Leben und das der Kinder verließen sie die Heimat und landeten schließlich in Gladbeck. „In Deutschland bin ich aufgewachsen und zur Schule gegangen“, erzählt Atris.

Angst vor Abschiebung

An ihr Leben im Libanon kann sie sich nicht erinnern. „Ich war noch zu jung als wir weggingen“, sagt sie. Die einzige Verbindung zu ihrem Geburtsort sei die Sprache. Leila Atris ist bilingual aufgewachsen, spricht Deutsch und Arabisch - genau wie ihre Kinder. „Deutsch habe ich schnell gelernt, im Kindergarten und in der Schule“. Wenig später lernte sie ihren Freund kennen und zog 2001 zu ihm nach Bottrop.

Die Einbürgerung ihrer drei Kinder war für Leila Atris ein wichtiger Schritt. „Ich wünsche mir, dass sich meine Kinder hier sicher fühlen, dass sie keine Angst vor einer Abschiebung haben“, sagt sie mit fester Stimme.

Sie selbst habe mit der ständigen Unsicherheit gelebt, vielleicht doch wieder zurück in den Libanon zu müssen - ein Land, zu dem sie schon lange keine echte Verbindung mehr hat.

„Ich bin seit 1986 nie wieder dort gewesen“, bemerkt sie. Die Angst vor der Abschiebung habe sie gelähmt. Sie habe sich ohnmächtig gefühlt.

Kinder sollen gute Chancen haben

Verstärkt wurde ihre Unsicherheit durch die fehlende Arbeitserlaubnis. „Denn dadurch hatte sie das Gefühl, keine richtige Zukunft zu haben.

Für ihre Kinder erhofft sich die Mutter bessere Chancen, eine gute Ausbildung und gute Berufsperspektiven. „Sie sollen ihre Möglichkeiten bekommen und die auch nutzen“, sagt sie.

Eins steht für Leila Atris fest: ihre Kinder sollen es einmal besser haben als ihre Eltern. „Ich möchte, dass sie nicht bloß geduldet, sondern in diesem Land akzeptiert werden“.

Als Hausfrau und Mutter kümmert sich Leila Atris Vollzeit um Jaafar, Doha und Mohamed und den erst dreijährigen Abdel-Karim. Wenn sie könnte, würde sie auch beruflich mit jungen Menschen arbeiten. Vielleicht als Tagesmutter.

Denn auch für sich selbst möchte die junge Frau in Zukunft etwas ändern: „Ich versuche es jetzt mit der Einbürgerung“, sagt sie.

Vielleicht ist sie ja schon bei der nächsten Einbürgerungsfeier dabei und kann dem Oberbürgermeister die Hand schütteln.