Das aktuelle Wetter Bottrop 12°C
Bottrop

Die haben überall Chancen

06.08.2007 | 17:34 Uhr

Im "Bahnhof Nord" haben sieben junge Leute ihre Ausbildung zu Restaurantfachleuten und Köchen begonnen. Besuch vom OB

Antje Döing ahnt es schon: "Die sind so gut - die haben überall Chancen und werden später schnell weg sein." Die Besitzerin des Restaurants "Bahnhof Nord" traut ihren sieben neuen Azubis, die sie jetzt gerade eingestellt hat, viel zu und sagt ihnen eine gute Zukunft im Gastronomiegewerbe voraus. Sie hat's jetzt gerade mit einer bei ihr ausgebildeten Restaurantfachfrau erlebt, die gleich in ein Steigenberger-Haus wechseln konnte.

Denn gut ausgebildete Restaurantfachkräfte und Köche finden eben überall Anstellung. Und weil's in diesen Bereichen echten Nachwuchsmangel gibt, hat Antje Döing gleich so eine große Zahl in Ausbildung genommen. In der stillen Hoffnung, dass ihr nach der Ausbildung auch einige für ihr Restaurant erhalten bleiben. . .

Dem Mangel kann man nur mit Ausbildung begegnen. Und wenn einem dann von Ausbildungsplatzvermittler Volker Marzak von der Arge (Arbeit für Bottrop) eine Menge an Vorarbeit - das Sichten der Bewerbungen, Gespräche mit den jungen Leuten - abgenommen wird, freut das die Arbeitgeber besonders.

Fünf junge Leute lassen sich im "Bahnhof Nord" auf dem Eigen zu Restaurantfachleuten auszubilden, zwei zu Köchen. Volker Marzak macht keinen Hehl daraus, dass diese Berufe nicht immer der Erst-Wunsch der Schulabgänger waren, von denen viele Abitur oder Fachabitur haben. Aber es gebe eben auch schlummernde Interessen bei jungen Menschen, die erst im Gespräch geweckt werden.

"Man spürt z.B. schon, ob sich ein junger Mensch für den Service- und Dienstleistungsbereich eignet und merkt dann, dass es vielfach noch falsche Vorstellungen von den Berufen gibt. Viele sagen, sie wollten doch nicht ihr Leben lang Kellner sein - dabei umfasst das Berufsbild der Restaurantfachleute doch viel mehr."

Andererseits bleibe er auch ehrlich, sagt Volker Marzak: "Ich stelle auch schon die Nachteile des Berufs heraus. Abends arbeiten zu müssen oder an Weihnachten und an Geburtstagen."

Antje Döing hat in ihrem "Bahnhof Nord" 35 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, davon 23 Festangestellte. Da sind die sieben neuen Lehrstellen eine Menge. Keineswegs spare sie aber damit Aushilfen ein. Azubis seine nicht preiswerter, sondern von der Entlohnung her mit Aushilfen gleichzusetzen - aber besser motiviert.

Was sich Antje Döing wünscht: eine Berufsschulausbildung, die auf dem neuesten Stand ist.

"Die Schule hinkt 20 Jahre hinterher. Da lernen die Auszubildenden noch Flambieren oder die Zubereitung von Russischem Kaffee - wer will das noch? Heute sind andere Kenntnisse gefragt: die über Weine z.B. , wo sich doch der Gast in seiner Freizeit häufig selbst mit Weinen auseinandersetzt. Oder die über Rohmilchkäse. Der anspruchsvolle Gast von heute verlangt nach Beratung."

Von Helga Pillar

Facebook
 
Kommentare
Trackbacks

Die Trackback URL zu diesem Artikel ist: http://www.derwesten.de/services/trackbacks/article/2004275/create

Aktuelle Fotos und Videos
Bandido niedergeschossen
Bildgalerie
Ermittlungen
Fass Weitwurf
Bildgalerie
Brauchtum
Schützenfest BSV Eigen
Bildgalerie
Vogelschießen
Aus dem Ressort
Bottroper Bandido starb durch Schuss in den Oberkörper
Mordkommission
Bei dem 49-jährigen Bottroper, der am Dienstagmorgen erschossen neben seinem Motorrad gefunden wurde, handelt es sich um ein Mitglied der Bandidos. Wie die Obduktion am Nachmittag ergab, starb er durch einen Schuss in den Oberkörper. Es werde in alle Richtungen ermittelt, so die Staatsanwaltschaft.
Foto 12 Kommentare 12
Bergarena auf Halde Haniel ist ein starker Publikumsmagnet
Open-Air
Die Bergarena auf der Halde Haniel beweist sich als ein sehr starker Publikumsmagnet, auch als internationale Bühne. So ist das Konzert der japanischen Experimental-Rockmusiker „Boredoms“ in dem Amphitheater gut drei Monate vor der Eröffnung der Ruhrtriennale so gut wie ausverkauft.
Foto Video