Die Finanzkrise als Geschäftsmodell

„Kahlschlag“ legt stets den Finger in tatsächliche, manchmal auch vermeintliche, Wunden in der Stadt, ganz egal, ob es sich dabei um soziale oder kulturelle Themen handelt. Städtische Ohnmacht angesichts der Schuldenfalle, die auch hier die Handlungsfähigkeit der Kommunen immer weiter einschränkt, die Mitfinanzierung des Flugplatzes „Schwarze Heide“ bei gleichzeitiger Schließung von öffentlichen Einrichtungen, der skandalös niedrige Kulturetat, selbst im Vergleich zu anderen Ruhrgebietsstädten: All dies sind Themen, die die Frauen und Männer von „Kahlschlag“ umtreiben.

Zwar beschränkt sich die Gruppe, zu der auch der Arzt Rainer Lukaschek oder die Vorsitzende des Künstlerbundes, Irmelin Sansen, gehören, derzeit auf einen regelmäßigen Themenstammtisch. Eine Veranstaltung aus aktuellem Anlass findet allerdings am kommenden Dienstag im Filmforum der VHS an der Blumenstraße statt.

Dann steht der Film „Wer rettet wen?“ von Leslie Franke und Herdolor Lorenz auf dem Programm.

Im Kern geht es - ausgehend von der aktuellen Griechenland-Krise - um die Untersuchung der Rolle der Banken, des internationalen Kapitals aber auch die direkte oder indirekte Verquickung von Wirtschaft und Politik. Die Autoren gehen beispielsweise auch der Frage nach, wo das Geld, mit dem Griechenland geholfen werden sollte, eigentlich versickerte. Aber auch die Frage, ob Banken eigentlich „gerettet“ werden müssen oder welche Rolle die Bank Goldman Sachs spielte, als Griechenland entgegen aller vernünftiger Argumente in die Euro-Zone „gelogen“ wurde.

Es geht aber nicht nur um Auswirkung dieser „Wirtschafterei’“, um faule Kredite, die unsere Altersversorgung gefährden, sondern auch um Alternativen und Beispiele - auch aus der Geschichte, die es möglich machen, Finanzmärkte in ihre Schranken zu verweisen und Politik anders zu gestalten.