Die bauliche Entwicklung in Westfalen der letzten 200 Jahre

Einen Vortrag zu baulichen Entwicklung der Städte und Dörfer Westfalens in den letzten 200 Jahren findet jetzt im LWL-Museum für Kunst und Kultur in Münster statt.

Zwischen 1861 und 1968 hat sich die Zahl der Wohngebäude in Westfalen auf mehr als eine Million fast verfünffacht. Diese Zunahme steht für den Schub, den das Bauen und Wohnen in den vergangenen 200 Jahren insgesamt erlebte. Im Rahmen der Vortragsreihe „200 Jahre Westfalen. Die Region in der Moderne seit 1815“ des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) zeigt Dr. Thomas Spohn auf, wie sich das Erscheinungsbild der Häuser, Dörfer und Städte im Laufe der Zeit verändert. Sein Vortrag „Moderne ohne Ende? Bauen und Wohnen im Wandel“ wird am kommenden Dienstag im Auditorium des neuen LWL-Museums für in Münster zu hören sein.

Die Entwicklung neuer Materialien und Techniken erlaubten rationell gefertigte Bauten in bis dahin ungeahnten Dimensionen. Veränderte Produktions- und Lebensbedingungen erforderten Gebäude neuer Funktion und Typologie. Rasch wechselnde Architekturmoden in den vergangenen 200 Jahren veränderten Westfalen.

Diese Neuerungen erfassten mit dem Einsetzen der Industrialisierung - vor allem auch in der Emscherregion zu der auch Bottrop gehört - die einzelnen Landesteile der Provinz in teils beträchtlichem zeitlichen Verzug und in unterschiedlicher Intensität.

Ein Grund für diese Ungleichzeitigkeiten war das Bevölkerungswachstum in den Ballungszentren, deren Versorgung mit landwirtschaftlichen Produkten wie mit Erholungsmöglichkeiten die Peripherie gewährleisten musste. „Der bauliche Niederschlag dieser sich erst gegen Ende des 20. Jahrhunderts wieder auflösenden Polarität wird - bis hinein in die Grundriss-Strukturen der Privathäuser - im Mittelpunkt des Vortrages stehen“, sagt Thomas Spohn im Vorfeld.