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Diakonie-Tochter baut neue Wohnstätten für Menschen mit Behinderungen

04.06.2012 | 17:20 Uhr
Diakonie-Tochter baut neue Wohnstätten für Menschen mit Behinderungen
Pfarrer Prof. Dr. Dierk Starnitzki, Vorstandssprecher der Stiftung Wittekindshof, und Pfarrer Johannes Schildmann, Vorstand des Diakonischen Werks Gladbeck-Bottrop-Dorsten unterzeichnen die Gesellschaftsverträge. Foto: Birgit Schweizer

Bottrop.   Das Diakonische Werk Gladbeck-Bottrop-Dorsten und die Stiftung Wittekindshof gründen eine gemeinsame Gesellschaft, um Menschen mit geistiger Behinderung möglichst nah an ihren Wohnorten helfen zu können. Die SeLe („Selbstbetimmte Lebensräume“) wird Wohnstätten im mittleren Ruhrgebiet bauen.

Das Diakonische Werk wird gemeinsam mit der Stiftung Wittekindshof bald neue Wohnstätten für Menschen mit Behinderungen bauen. Fest stehe schon jetzt, dass zwei dieser Wohnstätten in Bottrop entstehen sollen, sagte Diakonie-Vorstand Karl-Heinz Kinne. Ein drittes Projekt sei ebenfalls schon geplant. „Das wird aber noch länger dauern“, sagte Diakonie-Pfarrer Johannes Schildmann.

Das Diakonische Werk und die Stiftung Wittekindshof haben dazu eine gemeinsame Gesellschaft gegründet. Diese soll unter dem Namen „Selbstbestimmte Lebensräume (SeLe)“ im mittleren Ruhrgebiet weitere Wohnstätten und Assistenzangebote für Menschen mit Behinderungen entwickeln.

Vertreter des Diakonischen Werkes und der Stiftung Wittekindshof haben jetzt die Gesellschaftsverträge in der Diakonie-Geschäftsstelle an der Beckstraße unterzeichnet. Erstmals in der Geschichte der Diakonie in Westfalen machen damit ein regionales Diakonisches Werk und ein überregionaler diakonischer Träger in der Behindertenhilfe gemeinsame Sache. „Wir hoffen, dass dies ein Leuchtfeuer-Projekt wird, das auf andere anregend wirkt“, sagte Ulrich Christofczik, Leiter des Geschäftsbereichs Pflege- und Behindertenarbeit der Diakonie Rheinland-Westfalen.

An Ort und Stelle gibt es nicht genug Wohnstätten

Bisher war es ja zumeist so, dass Menschen mit geistiger Behinderung aus ganz Westfalen in die Einrichtungen in den Kreis Minden -Lübbecke kommen mussten. „Es ist aber gut und richtig, wohnortnahe Angebote zu machen, so dass nicht die Menschen aus dem Ruhrgebiet nach Ostwestfalen-Lippe kommen müssen, sondern an ihrem Wohnort bleiben können“, sagte Prof. Dierk Starnitzke, Vorstandssprecher der Stiftung Wittekindshof. An Ort und Stelle gibt es jedoch nicht genug Wohnstätten. „Wir haben seit Jahren Wartelisten. Aktuell überschlägt sich die Nachfrage“, erklärte der künftige SeLe-Geschäftsführer Klaus Schmitz. „Wir bauen gerade das Heinrich-Theißen-Haus aus“, sagte er. Acht Wohnplätze sollen in dem Haus neben der Rheinbaben-Werkstatt entstehen. „Wir haben 40 Anfragen für Menschen mit Behinderungen, die in neue Einrichtungen einziehen könnten“, betonte Schmitz.

Die neue Diakonie-Tochtergesellschaft wird in Bottrop als erstes eine neue Wohnstätte mit 24 Plätzen für Erwachsene mit geistigen und körperlichen Behinderungen und danach eine Einrichtung mit 24 Plätzen für Kinder und Jugendliche bauen, kündigte Diakonie-Vorstand Johannes Schildmann an. „Wir werden ja auch tätig, damit Menschen aus Bottrop, die auswärts betreut werden, hierher zurückkehren können“, sagte der Wittekindshofer SeLe-Geschäftsführer Bernd Samson.

Auf der Suche nach weiteren Grundstücken

Das Diakonische Werk hat das Grundstück des Evangelischen Gemeindehauses an der Osterfelder Straße gekauft, und es verhandelt über einen Kauf des Geländes von St. Barbara. Über die Standorte der Wohnheime sei damit nichts entschieden, so Vorstand Schildmann. Man suche weitere Grundstücke.

 

Norbert Jänecke


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