Deutsch-russische Liebesgeschichte

Ein Visum für Moskau zu bekommen ist gar nicht so einfach. Das stellte Autor Stephan Tüffers auf jeden Fall in der russischen Botschaft - damals noch in Bonn angesiedelt - fest. In seiner jüngsten, soeben erschienen Erzählung „Transit Moskau“ führt der gebürtige Bottroper in die Zeit der Jahrtausendwende, kurz vor der Einführung des Euro. Damals hatte Russland kaum das spätkommunistische Lebensgefühl abgelegt, Männer und Frauen in Uniformen saßen an allen Stellen des täglichen Lebens und hielten ihr persönliches Stückchen Autorität wie in einem Mikrokosmos lebendig.

Der Bonner Botschaftsbeamte stand Tüffers sehr kritisch gegenüber, doch nach langem Hin und Her bekam er das Visum, eine Eintrittskarte in eine vollkommen andere Welt. Tüffers erzählt eine Liebesgeschichte, die sich im Internet anbahnte, als er eine Fremdenführerin durch Moskau sucht. Ein Abenteuer, das auf russischem Boden begann und bis nach Deutschland reichte - so wie der Autor es vor vielen Jahren erlebte.

Mit etwas mehr als 60 Seiten hat die in kurze Episoden unterteilte Geschichte kaum mehr als Novellenumfang. Aber Tüffers erzählt die Geschichte seiner deutsch-russischen Romanze bis zum ebenso abrupten wie unwiderruflichem Ende.

„Transit Moskau“ ist bereits Tüffers’ dritte Buchveröffentlichung. 2008 brachte er mit „AugenBlicke“ einen Roman heraus. Bereits 2005 entstand „Verloren im System“, eine Mischung aus Liebesgeschichte und Krimi, in dem die Protagonisten über Computer kommunizieren, weil einer der beiden im Cyberspace gefangen ist.

Die Buchideen des gebürtigen Bottropers, der auch lange in Köln lebte, entstanden zumeist während langer Amerikareisen.