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Der Traum vom Fliegen

20.03.2009 | 18:40 Uhr
Der Traum vom Fliegen

Am Fuße des Alpincenters wurde jetzt Deutschlands erste geschlossene Windtunnel-Anlage eröffnet.

Angetrieben von vier Generatoren mit jeweils 500 PS pressen vier Carbon-Ventilatoren Unmengen von Luft mit einer Geschwindigkeit von bis zu 270 Kilometer pro Stunde durch eine gläserne Flugkammer – und zu hören ist nicht mehr als ein leises Säuseln. Das gilt allerdings nur, wenn man staunend vor der vier Meter hohen Röhre steht, die das Herzstück von Deutschlands erster geschlossenen Windtunnel-Anlage bildet, die am Freitag am Fuße des Alpincenters offiziell eröffnet wurde.

Ganz anders sieht es freilich für diejenigen aus, die sich einen Overall übergestreift und die Luftschleuse passiert haben, um sich in den vertikalen Luftstrom fallen lassen und das Gefühl des freien Falls am eigenen Körper zu erleben.

Hier kachelts trotz der Ohrenstöpsel gewaltig. Doch wer will sich schon über die Geräuschkulisse beschweren, wenn er gerade das erste Mal fliegt. Wirklich fliegt – ohne technische Hilfsmittel. Gesteuert wird mit dem eigenen Körper. Ein Instructor hilft Anfängern dabei, die zuvor in einer Trockenübung erklärte Fluglage einzunehmen, korrigiert leichte Haltungsfehler und achtet darauf, dass der Ungeübte nicht unkontrolliert durch die Kammer trudelt. Ein Absturz ist übrigens selbst bei groben Fehlern nicht möglich, da ein Drahtgeflecht die Flugkammer nach unten absichert.

Eigentlich sollten ja bereits im Dezember die ersten Flüge möglich sein (wir berichteten). Doch mit Hinweis auf umfangreiche Tests zur Optimierung des Luftstroms war die Eröffnung herausgezögert worden. Was jetzt der Öffentlichkeit präsentiert wurde, lässt die Verspätung allerdings als gerechtfertigt erscheinen. „Das ist die modernste und effizienteste Windtunnel-Anlage der Welt”, sparte der mit seinen Bungee-Aktionen bekannt gewordene „Erlebnis-Spezialist” Jochen Schweizer auch nicht mit Superlativen.

Besitzer und Betreiber der Anlage ist die „Indoor Skydiving Bottrop GmbH”, an der die Jochen Schweizer Projects GmbH und die done-sports GmbH beteiligt sind. Boris Nebe, Pilot und Fallschirm-Experte mit über 6000 Sprüngen, und Dr. Manuel Dohr als „Mann für die Zahlen” sind als Geschäftsführer vor Ort verantwortlich.

Apropos Zahlen: Ganz billig ist das Freifall-Vergnügen nicht. Das Schnupperflug-Angebot (Einweisung und zwei Flüge von jeweils einer Minute Dauer) kostet 49 Euro. Gebucht werden können die unterschiedlichsten Angebots-Pakete. Für Zuschauer freilich ist der Spaß kostenlos. Die vollständige Verglasung der Flugkammer auf einer Höhe von vier Metern erlaubt es den „Nichtfliegern”, die im Luftstrom schwebenden Akteure live zu erleben. „Dafür gab es bisher nur eine Möglichkeit: Man musste selbst aus einem Flugzeug springen”, witzelt Boris Nebe.

Weitere Informationen unter:

www.indoor-skydiving.de

Peter Ocklenburg

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