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E-Zigaretten

Der Streit ums E-Dampfen beschäftigt auch Bottrop

19.12.2011 | 17:38 Uhr
Der Streit ums E-Dampfen beschäftigt auch Bottrop
Sie erinnern entfernt an Kugelschreiber und dienen doch der Suchtbefriedigung – die E-Zigaretten. Sie werden mit Liquids, die häufig Nikotiomn enthalten, befüllt. Es gibt auch Liquids, ohne Nikotin, die sind, dann, vergleichbar mit Shisha-Tabak, aromatisiert. Foto: Franz Luthe

Bottrop.   Wird die elektronische Zigarette in NRW verboten, würde Bernath Dolansky seine Existenzgrundlage verlieren. Er verkauft die E-Zigaretten, deren Verbot derzeit heftig diskutiert wird. Schließlich weiß niemand genau, wie schädlich das Dampfen ist.

Genuss ohne Reue – dafür sollte sie angeblich stehen, die E-Zigarette, kurz für elektrische Zigarette. Statt des schädlichen Tabaks soll eine Flüssigkeit, Fachausdruck Fluid oder Liquid, die Nikotinsucht des Rauchers stillen. Die Flüssigkeit besteht aus Wasser und unterschiedlichen Konservierungsmitteln und dient als Träger für das Nikotin. Es verdampft in der E-Zigarette und der Raucher nimmt so seine Dosis Nikotin auf. Doch geht es nach NRW-Gesundheitsministerin Barbara Steffens , wird es bald ein Dampfverbot in NRW geben. Sie will Handel und Verkauf von E-Zigaretten und Liquids verbieten, „sofern die arzneimittel- und medizinprodukterechtlichen Vorschriften nicht eingehalten werden.“

Nur mit Zulassung

Video
Immer mehr Raucher greifen zur vermeintlich gesunden E-Zigarette. Wir zeigen, wie das Rauchen ohne Tabak funktioniert.

Im NRW-Gesundheitsministerium steht man auf dem Standpunkt: „Nikotinhaltige Liquids dürfen nur mit einer arzneimittelrechtlichen Zulassung in den Verkehr gebracht werden.“

Trotzdem wird Bernath Dolansky seine Liquids nicht aus dem Regal räumen. Er ist Chef der „Zmoky Europe“ und vertreibt von Bottrop aus E-Zigaretten und Liquids. Sollte es zu einem Verbot kommen – seine Existenzgrundlage fiele weg.

Expansion gestoppt

Er bezeichnet Steffens Argumente als „haltlos“. In seinen Augen fallen die Liquids nicht unter das Arzneimittelrecht. Dabei bezieht sich Dolansky auf EU-Recht. So lange es kein Gesetz gibt, wird er die E-Zigarette und das nötige Zubehör weiter verkaufen. In seinen Augen ist es die „weniger schädliche“ Alternative zur klassischen Kippe. Schließlich fielen Zusatzstoffe, die beim Verbrennen von Tabak entstehen, weg – etwa Teer. Trotzdem hat Dolansky Konsequenzen gezogen. Derzeit betreibt er zwei Filialen, zusätzlich ist er Franchisegeber für zwei weitere Läden. Eigentlich wollte er expandieren. Den Plan hat er auf Eis gelegt.

Die Sicht der Stadt
Eindeutige Regeln gefordert

Bei der Stadt verfolgt man die Diskussion gelassen. Ohne eindeutige Gesetze könnten die Ordnungsbehörden nicht gegen den Verkauf der E-Zigaretten vorgehen, so Stadtsprecher Andreas Pläsken. Der Gesetzgeber oder gegebenenfalls Gerichte müssten darüber entscheiden. „Üblicherweise ist es dann so, dass es bei solchen Gesetzen Ausführungsbestimmungen gibt“, erklärt Pläsken weiter. Daran müsste sich die Stadt dann halten. „Wir brauchen eindeutige Regeln, wenn wir hier vor Ort mit Menschen zu tun haben, deren Existenzgrundlage betroffen ist“, mahnt er an.

Der Argumentation, die E-Zigarette sei weniger schädlich, kann sich Dr. Christian Marga, der Leiter des Gesundheitsamtes, nur bedingt anschließen. Denn noch wisse man überhaupt nicht, was durch die Aufnahme von reinem Nikotin geschieht. Ähnlich argumentiert das Bundesamt für Risikobewertung. Außerdem seien im Liquid Zusatzstoffe enthalten, von denen niemand wisse, wie der Körper auf sie reagiere. Weil häufig auch andere „gesundheitsschädigende Substanzen“ im Dampf enthalten seien, rät die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung von der E-Zigarette ab. „Oft sind Zusatzstoffe auch nicht ausgezeichnet“, so Marga.

Dolansky setzt auf Transparenz

Dem widerspricht Dolansky nicht. Auch er kennt „Panschware“, nimmt aber für sich in Anspruch, auf Transparenz zu setzen. Auf den Fläschchen seiner Liquids seien Inhaltsstoffe aufgeführt, „dazu bedrucken wir sie mit Produktions- und Haltbarkeitsdatum“.

In einem Punkt sind er und Marga sich einig: Möglicherweise führe die Diskussion dazu, dass Inhaltsstoffe festgelegt und Vorgaben gemacht würden, wie die Liquids beschriftet werden müssten. Wobei Marga weiter geht. In seinen Augen müsste alles Zubehör zum E-Rauchen als Arzneimittel deklariert werden. Das sieht Dolansky anders. Er glaubt, dass es nach der Diskussion darauf hinauslaufe, dass auch auf E-Zigarette und Liquids die Tabaksteuer erhoben wird. Denn das sei bisher nicht der Fall.

Matthias Düngelhoff

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Kommentare
04.01.2012
21:59
Der Streit ums E-Dampfen beschäftigt auch Bottrop
von michaela123 | #8

Ich dampfe jetzt seit 6 Wochen und meine Gesundheit hat sich stark verbessert...
Ich habe kein Asma mehr und sogar die Muskulatur meines kranken Rückens hat sich um ca 30 Prozent verbessert...Ich habe eine verdrehte Skollose und Athrose vom Kreuzbein bis Lendenwirbel 5,,,Wer kassiert die Tabaksteuern der Staat oder.....
Die Tabakhändler verdienen nichts daran oder die Fabriken...
Dann muss der Staat nicht so gierig sein....und die Tabakwaren nicht so teuer machen..Die E zigi ist super ich fühle mich klasse könnte ich auch nachweisen doch der Regierung geht es mal wieder um Verluste nicht um unsere Gesundheit....Und vor allen geht es darum das sich Arme Leute kein Genuss mehr leisten dürfen....
Und normale Zigaretten sind eben nur was für reiche Leute Vor der Euro Umstellung kosteten 20 Zigaretten Marke Power 2,85 DM und jetzt gehören Zigaretten zum Luxus...
Kämpft weiter ihr habt meine Unterstützung

04.01.2012
21:59
Blockierter Kommentar.
von michaela123 | #7

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

21.12.2011
00:24
Der Streit ums E-Dampfen beschäftigt auch Bottrop
von tomfw | #6

Was kommt als nächstes? Verbot von koffeinhaltigen Produkten? Oder konsumiert die Gesundheitsmisterin vielleicht selbst die psychoaktive Droge Kaffee?

1 Antwort
Der Streit ums E-Dampfen beschäftigt auch Bottrop
von michaela123 | #6-1

Na an Kaffee verdient der Staat genug....
Der wird nicht verboten...

20.12.2011
14:02
Der Streit ums E-Dampfen beschäftigt auch Bottrop
von kaltmangel | #5

Ich erlaube mir mal, einen Querverweis auf einen anderen Beitrag zu setzen:

http://www.derwesten.de/staedte/duisburg/e-zigaretten-laeden-in-duisburg-brummen-trotz-nebuloeser-sachlage-id6177779.html

Hier halte ich besonders den Leserkommentar #2 (ErikaHF) von Bedeutung. Zudem geht der Duisburger Beitrag bedeutend differenzierter mit dem Thema um.

20.12.2011
05:55
Der Streit ums E-Dampfen beschäftigt auch Bottrop
von GreenLion | #4

@Megan39:
Wenn Sie schon so tolle Zitate bringen, warum zitieren Sie nicht weiter? "Außer der Suchterzeugung hat reines Nikotin in der „richtigen" Dosierung keine gesundheitsschädlichen Wirkungen. Die vielfältigen anderen Inhaltsstoffe von Tabakwaren die der Raucher bei jedem Zug zwangsweise mit inhaliert, machen dagegen nicht süchtig, sind jedoch zum Teil sehr giftig und krebserregend." Ebenso inhaliert man bei der E-Zigarette solche anderen Inhaltsstoffe, von denen man noch nicht mal weiß wie giftig diese sind. Und nebenbei: in der "richtigen Dosierung" hat auch Arsen keine gesundheitsschädlichen Wirkungen, trotzdem würde wohl kein normaler Mensch freiweillig Arsen zu sich nehmen.

"Gegen die Inhalation von verdampftem Nikotin ... ist grundsätzlich nichts einzuwenden. Hierzu gibt es auch wissenschaftliche Untersuchungen." - Warum kürzen Sie denn in Ihrem "Zitat" den originalen Wortlaut und verschweigen damit das es in diesem Artikel lediglich darum geht ob verdampftes Nikotin eine Möglichkeit zur Rauchentwöhnung bei lungenkranken Rauchern sei. Hierbei wird in diesem Artikel nur auf das verdampfe Nikotin, nicht aber auf die mögliche Schädlichkeit der sonstigen Inhaltsstoffe eingegangen. Zudem steht dort keine Quellenangebe, Autorenagabe oder sonstwas. Man weiß also nicht ob das überhaupt von jemandem verfasst wurde der davon Ahnung hat oder von Lieschen Müller und ob sich das Geschriebene auf medizinische/wissenschaftliche Grundlagen stützt oder ob da einfach mal jemand etwas zusammen geschrieben hat was er glaubt zu wissen. Denn merke: Nur weil etwas im Internet im scheinbar seriösen Ramen geschrieben steht muss es noch lang nicht so stimmen.

1 Antwort
Dampfen ist KEINE Rauchentwöhnung, aber man ist damit Nichtraucher
von Megan39 | #4-1

Zum ersten Zitat:
Diese Giftstoffe fallen alle schon mal weg bei der E-Zigarette. Das unterstreicht nur das von mir Geschriebene.
Was die anderen Inhaltsstoffe betrifft, die man mit der E-Zigarette inhaliert:
Nichts kann so schlimm sein wie der Rauch einer Zigarette...sagte auch kürzlich Frau Dr. Pötschke in einem Radio-Interview.Und die Inhaltsstoffe sind sehr wohl bekannt. Mit weiteren Mutmaßungen lassen Sie sich leider von der momentane negativen Presse manipulieren "man wisse nich, es könnte...eventuell sei...."
....und hier gleich zur "Rauchentwöhnung": Es ist ein Glücksfall für die Dampfer, dass Nikotin-Inhalieren bereits durch Studien erforscht wurde, Damit ist belegt, dass es nicht schadet. Soll das Menschen vorbehalten bleiben, die bereits durch Tabak-Zigaretten so geschädigt wurden, dass sie medizinische Behandlung brauchen???
Die E-Zigarette ist nun mal da und ist durch das Verdampfungsprinzip eindeutig weitaus weniger schädlich als Tabakzigaretten.
Das Wort "gesund" lehne ich ab..sie ist vieeel weniger schädlich als funktionierende Alternative zur Tabakzigarette....das weiss auch das Deutsche Krebsforschungszentrum:
Zitat:"Weil Rauchen die gesundheitsschädlichste Art des Tabakgebrauches
ist, sollten Raucher über rauchlose Tabakprodukte
als Alternative informiert und der Umstieg auf diese Produkte
erleichtert werden." (quelle: http://www.thieme.de/detailseiten/musterseiten/pdf/9783131466716_090_100.pdf)
Mir ist bewusst, dass Ganze ist ein hochsensibles Thema. Fakt ist, wenn Dampfen verboten wird, sterben in den nächsten Jahren unnötig Menschen....wider besseren Wissens...und nur, um zu jedem Preis den "Nichtraucherschutz" und die "Tabaksucht" zu bekämpfen (Ironie dabei: Beides betrifft das E-Dampfen nicht einmal, da es weder "Rauchen" ist, noch ein Tabakerzeugnis)
.
Ganz ehrlich: Ich freue mich, dass Sie als Skeptiker die Links sogar lesen.
Sie können selbst mal versuchen, im Web etwas zu finden zur Schädlichkeit von Nikotin "alleine" ohne den Tabak drumrum.Bemerkenswert sind dahingehend die Beipackzettel von Nikotinersatzpräparaten.Gibt es "Passivrauchen" durch Nicorette-Inhaler oder war das jemals Thema?Nein, denn das gibt es genauso wenig wie beim Dampf.
Der"Dampf um das Nikotin" schadet Ihnen sicher weniger wie ein Rasierwasser oder eine Parfümwolke. Das alles müsste dann gleich mitverboten werden.

Bleiben Sie skeptisch...und sehen Sie genau hin, vor was genau gewarnt wird.

Gruss, Megan

PS: Würden Sie ohne Bedenken einen Löffel voll Dihydrogenmonoxid in den Mund nehmen? Das ist es in etwa, was gerade rund um die E-Zigarette passiert...

19.12.2011
23:51
Der Streit ums E-Dampfen beschäftigt auch Bottrop
von Megan39 | #3

Zitat:
"Der Argumentation, die E-Zigarette sei weniger schädlich, kann sich Dr. Christian Marga, der Leiter des Gesundheitsamtes, nur bedingt anschließen. Denn noch wisse man überhaupt nicht, was durch die Aufnahme von reinem Nikotin geschieht. Ähnlich argumentiert das Bundesamt für Risikobewertung. "

Falsch! Bitte fragen Sie da nochmal nach oder überprüfen Sie, ob es eine Fehlinterpretation ist!
Richtig ist:
Zitat:
"Außer der Suchterzeugung hat reines Nikotin in der „richtigen" Dosierung keine gesundheitsschädlichen Wirkungen."
(Quelle: http://www.krebsgesellschaft.de/rauchen_rauchenundgesundheit,1051.html )

Zitat:
"Gegen die Inhalation von verdampftem Nikotin ... ist grundsätzlich nichts einzuwenden. Hierzu gibt es auch wissenschaftliche Untersuchungen."
(Quelle: http://www.lungenaerzte-im-netz.de/lin/lincontent/show.php3?id=192&nodeid=111&nodeid=111&query=e-zigarette)

LG, Megan

19.12.2011
21:29
Der Streit ums E-Dampfen beschäftigt auch Bottrop
von EGALOS | #2

Hmmm, Bottrop hat eine KOKEREI und beschäftigt sich mit E- Zigaretten? Früher war Koksstaub, Kohlenstaub, Gefahrstoffe, Umweltbelastungen, PCB, Dioxine, Furane, Schwefel, Schwefelwasserstoff, Ammoniak, Benzol, Tulol, PAK, Teer, Fein und Schwebstoffe, Nanopartikel und nicht definierbare Stoffe in einer Dunstlocke über Bottrop hergefegt,. sogar Heute noch.......Innovation- City sollte sich eher mal über Altlasten und KOKEREIarbeiter kümmern, wie es denen und den Familien geht. Am besten ändert die Knappschaft jetzt schon mal den Rentenfragebogen und die Berufsgenossenschaften auch, mit der zusätzlichen Frage :Haben Sie auch E- Zigaretten geraucht, wenn ja, WIEVIELE? Antwort: Ca. 20 amTag.....Grins
Rentenbescheid wird dann GARANTIERT ABGELEHNT wegen Eigenverschulden von Rauchen der 20 E-Zigaretten. AR
Aber Kokereiarbeit und Umwelt ist nicht Gefährlich............Hmmm

19.12.2011
19:31
Der Streit ums E-Dampfen beschäftigt auch Bottrop
von viereckstein | #1

Innovation-City ist doch der richtige Ort um diese innovative Rauchverfahren auf seine vermeintlich gesunheitsschädigende Eigenschaft zu untersuchen und ggf. zu verbessern.
Welche Stadt wäre da besser geeignet als INNOVATION CITY - oder ist es doch nur einfach Bottrop ??

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