Der Streik bei der Post bleibt in Bottrop nebulös

Das Briefzentrum in Duisburg, in dem auch die Bottroper Post bearbeitet wird, ist der Streik zu spüren.
Das Briefzentrum in Duisburg, in dem auch die Bottroper Post bearbeitet wird, ist der Streik zu spüren.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Seit einer Woche wirkt der Ausstand auf das Stadtgebiet. Doch es werden weder die Anzahl der Streikenden noch die betroffenen Stadtteile genannt.

Bottrop.. Der Poststreik im Stadtgebiet ist nicht zu überblicken. Während Briefe und Pakete in einem Stadtteil pünktlich zugestellt werden, schauen Postkunden im anderen Stadtteil tagelang in leere Briefkästen. Die Auswirkungen des seit über drei Wochen anhaltenden Streiks bei der Post sind - so zeigt eine Umfrage und Anrufe aus der Leserschaft - sehr unterschiedlich.

„80 Prozent der Briefe und Pakete werden pünktlich zugestellt“, sagt Postsprecher Dieter Pietruck und meint die bundesweite Statistik. Regionale oder gar städtische Zahlen will er nicht nennen. „Denn tun wir das, so haben wir am nächsten Tag den Streik auch in solchen Bezirken, in denen gearbeitet wird“, glaubt der Postsprecher. Klar ist nur: Auch in Bottrop streiken die Postmitarbeiter. „Und leider gibt es in einzelnen Regionen und Stadtteilen keine Auslieferung“, so Pietruck.

Die Gewerkschaft Verdi nennt ebenfalls keine konkreten Zahlen fürs Stadtgebiet. Harald Wolf von der Streikleitung Nordrhein-Westfalen sagt nur: „Teile von Bottrop sind im Arbeitskampf. Seit dem vergangenen Dienstag, 23. Juni, wird die Stadt ununterbrochen bestreikt. Zuvor gab es nur einzelne Aktionen.“

Es holpert bei der Briefzustellung

Betroffen sei vor allem die Briefzustellung. „Es kommt zu Verzögerungen von ein bis zwei Tagen.“ Ins Stadtgebiet gelangen Briefsendungen über das Zentrum in Duisburg, Pakete über das in Dorsten, wo der Ausstand bislang noch nicht greift.

Ein Ende des Arbeitskampfes ist nicht in Sicht. „Wir rechnen noch mit etwa ein bis zwei Wochen Streik“, sagt Wolf. Die Post versucht derweil, das streikende Personal zu ersetzen. „Wir setzen Mitarbeiter aus Verwaltung und Vertrieb in der Brief- und Paketverteilung ein“, teilt Dieter Pietruck mit. Für die Zustellung dagegen brauche man Personal, das sich vor Ort auskenne. „Dazu haben wir einen Pool von Mitarbeitern wie beispielsweise Studenten, die auch bei anderen Gelegenheiten, etwa zu Spitzenzeiten, aushelfen und nun eingesetzt werden können.“