Der perfekte Tag für einen Besuch im Freibad

Heute bleibt die Küche kalt: Den ersten richtigen Sommertag des Jahres verbringen die Familien Münüklü und Roß im Stenkhoffbad – und gehören damit zu den Besuchern, die die Freibadsaison eröffnen.
Heute bleibt die Küche kalt: Den ersten richtigen Sommertag des Jahres verbringen die Familien Münüklü und Roß im Stenkhoffbad – und gehören damit zu den Besuchern, die die Freibadsaison eröffnen.
Foto: Labus / FUNKE Foto Services
Das Stenkhoffbad in Bottrop eröffnete am Freitag die Saison – und hunderte Besucher suchten bei Temperaturen um 30 Grad Abkühlung in den Schwimmbecken.

Bottrop..  Es gibt Tage, da passt einfach alles perfekt zusammen. Wie an diesem Freitag: Kein Wölkchen lässt sich bei Temperaturen um 30 Grad am Sommer-Himmel sehen, der Brückentag beschert vielen eine Auszeit vom Job, und die Kinder haben schulfrei. Da gibt’s nur dies: Raus ins Freie! Ran ans Eis! Rein ins erfrischende Nass!

Urlaub daheim

Vor drei Tagen sonnte sich Miriam Roß noch auf Mallorca am Meer – jetzt bräunt sie am Rande des Nichtschwimmerbeckens im Stenkhoffbad, das passenderweise just an diesem Freitag die Saison eröffnet hat. Fortsetzung des Urlaubs zu Hause, gewissermaßen. Ihre Decke und die reichlich mitgebrachte Verpflegung teilt Miriam Roß sich mit ihrem Neffen Tyrice-Deniz (9) sowie mit Suna Münüklü und ihren Kindern Sergio (7) und Aliyah (4) – „zwei Wasserratten“. „Man muss das Wetter wirklich genießen“, findet Suna Münüklü. „Vielleicht sind das jetzt schon die heißesten Tage des Sommers. In den Ferien hat man ja oft Pech.“ Gerade für die Kinder sei das übersichtliche Stenkhoffbad schön. Und so genießen es auch Chiara (8), Amina (8) und Kimberley (9), hier zu sein: Mit ihrer rosa Luftmatratze pflügen sie durchs Wasser. „Wir spielen gerne Meerjungfrau“, verrät Kimberley.

Die Mädchen gehören zu den 600 Besuchern, die man an der Kasse des Stenkhoffbads bereits zur Mittagszeit zählt. Die Liege-Plätze in der Nähe der Becken sind bei ihnen gefragt. Denn ohne Abkühlung zwischendurch geht es einfach nicht, berichten auch die Abiturientinnen Jana (18), Melina (17), Franziska (17) und Selina (18), die in diesem Moment tropfend an ihren sonnigen Platz auf der Wiese zurückkehren. Schatten suchen vor allem die Familien mit Kleinkindern, und so reihen sich am Rande des Baby-Beckens mit seinen bunten, Wasser speienden Figuren auch schützende Strandmuscheln aneinander. Während es von den Becken lebhaft herüberschallt und sich an der Wasserrutsche eine kleine Schlange bildet, liegt der Spielplatz einsam da. Es ist wohl einfach zu heiß zum Klettern. Nicht zu heiß indes für Pommes. . .

Neben Familien und Jugend-Cliquen suchen auch gestandene Herrschaften (gern auf mitgebrachten Liegen) Erholung im Bad. Und ein Besucher, der bei Badleiter Daniel Schimanski mehr Pflege einfordert, so ist ihm etwa der Rasen zu lang. „Die Rasenpflege kommt jetzt noch, da gibt es feste Termine“, erklärt Schimanski. Für die Eröffnung der Freibad-Saison, findet der Badleiter, ist dieser heiße Freitag jedenfalls der perfekte Tag.

Stille im Bottroper Stadtgarten

Von den „Ruhrgames“ ertönt es aus den Lautsprechern bis in die Mitte des Stadtgartens; und es ist das einzige, was ein bisschen Unruhe in die Stille bringt. Es sind wenige da, und die meisten Besucher liegen wie erschlagen unter den Schatten der Baumkronen.

Aber Tulsi und Alina (beide 18) behalten einen kühlen Kopf. Papiere voller Graphen haben sie auf einer Decke ausgebreitet und pauken für die Abi-Nachprüfung. „Ein Punkt fehlt mir, um zu bestehen“, so Alina. „Und im Schatten geht’s mit dem Lernen.“

Auch am Minigolfplatz trotzen nur wenige der Hitze. Zwei Betreuer haben drei behinderte Bewohner des Hans-Reitze-Hauses auf ihre erste Partie Minigolf in Bottrop eingeladen. „Es könnte hier barrierefreier sein“, so Betreuer David Lupa (26). „Aber es läuft trotzdem gut!“ Die Bewohner sind vertieft, wie abgelenkt von der brennenden Sonne.

Und auch Mario (16) und Lukas (15) haben die perfekte Beschäftigung gefunden: Als Band „Independent“ proben sie mit ihren Gitarren und komponieren Songs. „Wir spielen zum ersten Mal draußen.“ Nur wie erschlagen liegen muss eben doch nicht sein.

Gedrosseltes Tempo in der Innenstadt

Sommerhitze und Brückentag scheinen das Tempo in der Innenstadt zu drosseln. Tische und Stühle stehen bereit, aber viele bleiben auch frei. „Es war schon voll, aber es ist ein bisschen zu warm zum Hinsetzen“, sagt Nico vom Eiscafé Nicola am frühen Abend: „Viele nehmen ihr Eis mit auf die Hand.“

Wie Brigitte Engemann, die mit ihrer Tochter durch die Stadt bummelt und auch die kühlen Läden genießt, nachdem sie schon gearbeitet hatte. Auch Sabrina Schneider hatte erst ab mittags frei, gönnt sich und Söhnchen Diego später ein Eis im Café.