Der Movie Park in Bottrop plant eine neue Achterbahn

Blick auf den Movie Park in Kirchhellen aus der Luft.
Blick auf den Movie Park in Kirchhellen aus der Luft.
Foto: Hans Blossey
Was wir bereits wissen
45 Meter hoch soll das „Projekt 2017“ werden. Anfang November berät der Planungsausschuss. Laut TÜV werde die Lärmbelastung unterm Richtwert liegen.

Bottrop-Kirchhellen.. Drei Jahre nach dem spektakulären Stopp seiner Achterbahnpläne nimmt der Movie Park einen neuen Anlauf. Direkt neben dem Haupteingang soll unter dem Arbeitstitel „Projekt 2017“ eine 45 Meter hohe Achterbahn in Gitterbauweise entstehen. Sie wäre der zweithöchste Bau im Park neben dem 70 Meter hohen „Freefall Tower“.

Der Movie Park selbst will zum neuen Projekt so wenig wie möglich sagen. „Wir können bestätigen, dass wir einen Antrag auf Änderung des Bebauungsplans gestellt haben“, sagt Parksprecherin Jessica Demmer. „Weitere Informationen werden wir zu gegebener Zeit erteilen.“ Tatsache ist, dass Parkchef Thorsten Backhaus der Stadtspitze das „Projekt 2017“ schon im März vorgestellt hat.

Inzwischen haben die Gesellschafter des spanischen Mutterkonzerns „Parques Reunidos Servicios Centrales“ ebenso grünes Licht gegeben wie die deutsche Centaur-Holding. Am 4. November soll der Planungsausschuss den Aufstellungsbeschluss fassen für die Änderung des Bebauungsplanes für den Park, der eigentlich eine Höhenbeschränkung für Bauten von 18 Metern vorsieht.

Ausnahmen gibt es für den Freefall Tower, die beiden bestehenden Achterbahnen und den „Air Diver“. Das war die 2012 geplante und von den Parkbetreibern unmittelbar vor dem geplanten Ratsbeschluss gestoppte Katapult-Achterbahn mit einer geplanten Höhe von rund 40 Metern und geschätzten Projektkosten von zehn Millionen Euro.

„Geänderte Strategie“

Wenige Tage vor der entscheidenden Ratssitzung, der der Änderung des Bebauungsplanes zustimmen sollte, zog der damalige Park-Geschäftsführer Wouter Dekkers die Pläne zurück mit dem Hinweis auf eine „geänderte Investitions-Strategie“ der spanischen Konzernmutter.

Sollte im Klartext wohl heißen: Der Konzern musste sparen. Kurz zuvor hatte die Rating-Agentur „Standard & Poor’s“ im Zeichen der Eurokrise den spanischen Konzern auf die Bewertungsstufe „B -“ herunter gesetzt, der Mehrwertsteuersatz für Freizeitparks in Spanien wurde von 8 auf 21 Prozent erhöht.

Simulation

Im Änderungsverfahren wird geprüft, welche zusätzliche Lärmbelastung die neue Achterbahn verursachen wird. Wichtig für die Anwohner: Im Auftrag des Movie Parks hat der TÜV Nord eine erste „Schalltechnische Stellungnahme“ abgegeben. Weil die neue Achterbahn noch nicht zur Verfügung steht, haben die Experten statt dessen den Betrieb der Achterbahn „MP Xpress“ am vorgesehenen Standort simuliert. Erstes Ergebnis: Nach den TÜV-Berechnungen wird die Lärmbelastung überall „unter den Richtwerten“ liegen.