Der Landschaftsplan für Bottrop nimmt die letzten Hürden

Große Teile der Kirchheller Heide und des Köllnischen Waldes werden bald Naturschutzgebiete.
Große Teile der Kirchheller Heide und des Köllnischen Waldes werden bald Naturschutzgebiete.
Foto: Winfried Labus/WAZ-FotoPool
Was wir bereits wissen
Der Landschaftsbeirat begrüßt, dass Bottrops Naturschutz-Karte um 1000 Hektar grüner wird. Doch Angler und Jäger bringen Kritik an.

Bottrop.. Fast zehn Jahre nach dem Beginn des Verfahrens wird der Rat im März den Landschaftsplan beschließen. Der Landschaftsbeirat findet es natürlich gut, dass in diesem Plan neun neue Naturschutzgebiete ausgewiesen werden und der Anteil der Biotope am Stadtgebiet auf 15,6 Prozent steigen wird (die WAZ berichtete). Vertreter von Anglern und Jägern kritisieren jedoch Behinderungen bei ihrer Arbeit zu Gunsten des Landschaftsschutzes.

Vielen Anglern zum Beispiel ist es ein Dorn im Auge, dass neu entstandene oder entstehende Gewässer in der Kirchheller Heide nicht zum Fischen frei gegeben werden. Der Fachbereich Umwelt begründet das damit, dass diese Gewässer der Natur überlassen bleiben und deshalb nicht bewirtschaftet werden sollen.

Dieser Schuss könnte nach hinten losgehen, warnt Reinhard Glowka, oberster Fischereiaufseher der Stadt und Vorsitzender des Angelvereins „Petri Heil“: Es sei gerade die Bewirtschaftung durch die Vereine, die den Natur- und Landschaftsschutz gewährleisteten. Als positives Beispiel dafür nannte er den Heidesee, dessen Qualität gerade von „sehr gut“ auf „hervorragend“ hochgestuft worden sei: „Das verstehe ich als Ritterschlag für den Angelverein. Wir tun nämlich etwas für den Schutz des Sees. Viermal im Jahr machen wir dort Großreinemachen und holen jedes Mal 10 bis 15 blaue Müllsäcke aus der Umgebung.“

Verstärkte Kontrollen an der Grafenmühle angekündigt

Was denn mit den Angelschnüren sei, in denen sich im vergangenen Jahr Wasservögel verfangen hätten, wollte SPD-Ratsherr Markus Kaufmann wissen. Ein gutes Stichwort für Glowka: Die seien beim „Angelzirkusteich“ an der Grafenmühle entdeckt worden, gegen dessen Betreiber die Tierschutzorganisation Peta deshalb auch Anzeige erstattet habe. Die Behauptung des Betreibers, die Tiere seien vom Heide- oder Heidhofsee gekommen, nannte Glowka „völligen Stuss“: „Keiner von den Wasservögeln hat ja ein Schild am Bein mit der Aufschrift: Ich komme gerade vom Heidesee.“ Glowka kündigte an, die Fischereiaufseher würden in diesem Jahr an der Grafenmühle verstärkt kontrollieren.

"Dann machen die Wildschweine auf den Feldern alles nieder"

Die Ausweisung von Naturschutzgebieten könnte ein Bumerang werden, warnte der sachkundige Bürger Rudolf Askemper wenn bei der Debatte um das neue Jagdgesetz ein Jagdverbot in diesen Gebieten verhängt werde. Das sei zu befürchten: Umweltminister Remmel wolle „durchsetzen, dass in Naturschutzgebieten nicht mehr gejagt werden darf“. Revierförster Markus Herber hält allerdings eine solche Entwicklung der Debatte für unwahrscheinlich. „Wenn wir zum Beispiel in der Kirchheller Heide nicht mehr jagen dürften, würden die Wildschweine in kürzester Zeit auf den Feldern alles niedermachen.“