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Der Künstler steht hinter jeder seiner Bananen

18.06.2008 | 17:17 Uhr
Der Künstler steht hinter jeder seiner Bananen

Für seine Aktion ging Baumgärtel auch schon in den Knast

Seit einigen Tagen ist Thomas Baumgärtel im Ruhrgebeit unterwegs („ich hab es bisher vernachlässigt”), um jene Kunstorte zu finden, die seiner Bananen würdig sind. „Ich sprüh' keine Banane, hinter der ich nicht steh'”, versichert er ernsthaft: Bemühen um die Kunst sei eine Voraussetzung, ein respektvoller, positiver Umgang mit den Künstlern eine weitere.

Da aber eine ganze Reihe von Museen und Galerien diese Kriterien erfüllen, prangt die Banane nun bereits an mehr als 4000 Häusern. Aber alle hätten sie verdient, betont Baumgärtel. Im Ruhrgebiet will er zunächst das Terrain sichten und die Güte von Museen und Galerien prüfen: Ein Test, auf den er beim Quadrat verzichten konnte.

 Längst sind die Zeiten vergangen, da der Kölner Künstler voll heimlicher Freude bei Nacht und Nebel mit der Spraydose zu Werke ging. In dieser subversiven Anfangsphase - sie begann Mitte der 80-iger Jahre - wanderte er auch für seinen Ehrgeiz in den Knast. Auch in Moskau war ihm klar, dass die Banane nach Meinung der Obrigkeit fehl am Platz war. Geschützt durch die Gegenwart mehrerer Kamerateams verhalf der Deutsche der Südfrucht dort doch zu ihrem Recht. Heute wird Baumgärtel mitsamt Bananen an den meisten Orten und auch in Bottrop mit offenen Armen aufgenommen.

 Warum eine Banane? Weil es die Frucht ist, die Baumgärtels persönliche Entscheidung für die Künstlerlaufbahn symbolisiert. Nach der Kreuzigung einer Banane während seiner Zivildienstzeit in einem katholischen Krankenhaus in Rheinberg im Jahre 1983 stand für ihn fest: „Bleib' bei der Kunst, das zeigt Wirkung.” Von dieser Überzeugung, das zeigt die öffentliche Resonanz auf seine Sprayaktionen, musste er bisher nicht abrücken. Baumgärtels Schaffen beschränkt sich nicht auf das Markieren von Museen mit Bananen. Doch taucht ihr gekrümmter Körper, mit dem sich viele Deutungen verbinden lassen, in fast allen seinen Werken auf.

 Pünktlich um Jubiläum des Quadrats ist das Bottroper Museum nun „bananisiert”. Der Sinn des Symbols, vor allem seine Daseinsberechtigung an exponiertem Ort, mag noch nicht jedem Besucher deutlich sein. Quadrat-Mitarbeiterin Dr. Ulrike Growe stellt die Banane unter ihren persönlichen Schutz, damit sie nicht versehentlich das Schicksal ungewollter Graffiti erleidet und der Bürste zum Opfer fällt.

Marie-Luise Schmand

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